ALIEN CONTACT
ALIEN CONTACT 43 Inhalt Archiv

Sean Russell

Welt ohne Ende

World Without End • 1994

Meer ohne Ufer

Sea Without Shore • 1996

Science Fiction > Alien Contact
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Im noch jungen Zeitalter der Vernunft herrscht Aufbruchsstimmung. Handel und Wissenschaft florieren, nachdem die alten Magier recht gründlich die Spuren ihres Wirkens beseitigt haben. Der Naturforscher Tristram Flattery - der Enkel von Erasmus Flattery, der noch über magisches Wissen verfügt haben soll - wird an den Hof von Farrland gerufen, weil die Bestände des Königsblatts, einer Pflanze mit besonderen Heilkräften, einzugehen drohen. Im Auftrag des uralten Königs rüstet Tristram eine Expedition aus, die ihn bis nach Oceana führt, einem erst kürzlich entdeckten Kontinent. Die lange Reise wird von zahlreichen geheimnisvollen Vorzeichen begleitet, bis der Naturforscher erkennt, daß er eine besondere Bestimmung erfüllen soll. Während am heimischen Königshof Intrigen um die Macht im Staat gesponnen werden, erweist sich Tristram als Schlüsselfigur einer spektakulären magischen Offenbarung.

Die Ausgangssituation des zweibändigen Werkes von Sean Russell klingt ungewöhnlich interessant für einen Fantasy-Roman. Der Autor beschwört die Zeit der großen Entdeckungsreisen des 19. Jahrhunderts herauf, als sich Vernunft und Wissenschaft allmählich gegen erstarrte feudale und religiöse Denkmuster durchsetzten. Die Parallelen zu Cook, Humboldt und insbesondere Charles Darwin - dessen Großvater ebenfalls Erasmus hieß - sind unübersehbar. Doch dann kippt die sorgsam vorbereitete Stimmung im zweiten Band um. Plötzlich geht es nur noch um verwickelte höfische Intrigen und die geheimnisvolle Vorbereitung einer magischen Beschwörung. Am Ende muß der Protagonist seine wissenschaftliche Bildung aufgeben und wird zum Magier wider Willen. Die Frage, was es mit dem Königsblatt auf sich hat, wird genauso wie alle anderen Rätsel mit nichtssagenden Erklärungen abgefertigt. Ist eben alles Magie!

Angesichts der durchaus intelligent eingeleiteten Geschichte muß die Frage berechtigt sein, was der Autor uns damit sagen will. Natürlich ist Kritik an allzu reiner Vernunft und Wissenschaft erlaubt, aber magische Wunscherfüllungsphantasien sind als Alternative einfach zu billig. Die Möglichkeit einer Synthese von Vernunft und Zauberei wird bestenfalls angedeutet. Die Geschichte funktioniert weder als Plädoyer für mehr Phantasie noch als Schmöker, der einfach nur unterhalten soll. Sean Russell muß sich den Vorwurf gefallen lassen, daß er entweder einer irrationalen Wissenschaftsfeindlichkeit anhängt oder daß ihm auf halber Strecke die Ideen ausgegangen sind, worauf er in simpelste Fantasy-Klischees abgerutscht ist. Schade.

Bernhard KempenALIEN CONTACT

Originalausgabe:
Sean Russell, World Without End
(New York: DAW Books, 1994)
lieferbare englische Ausgabe:
Sean Russell, World Without End
(New York: DAW Books, 1995) 0-88677-624-4
dt. Erstausgabe:
Sean Russell, Welt ohne Ende
(Bergisch-Gladbach: Bastei, 2001) [20 405] 3-404-20405-0 Bestellen
deutsch von Dietmar Schmidt, Titelbild von Braldt Bralds, 701 Seiten
Originalausgabe:
Sean Russell, Sea Without Shore
(New York: DAW Books, 1996)
lieferbare englische Ausgabe:
Sean Russell, Sea Without Shore
(New York: DAW Books, 1996) 0-88677-624-4
dt. Erstausgabe:
Sean Russell, Meer ohne Ufer
(Bergisch-Gladbach: Bastei, 2001) [20 410] 3-404-20410-7 Bestellen
deutsch von Dietmar Schmidt, Titelbild von Braldt Bralds, 698 Seiten
Leser-Service:
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