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Alien Contact Buch-Tips |
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| Gemeinsam mit seiner Frau und seiner sieben Monate alten Tochter reist Robert
Luczak nach Kalkutta, um ein angeblich neues Manuskript des berühmten indischen Dichters
M. in Empfang zu nehmen, der vor acht Jahren verschwand und seitdem - irrigerweise - für
tot gehalten wird. Die indische Millionenstadt bietet sich ihnen als hektische Pestbeule
dar, und von Anfang an wird Robert von üblen Vorahnungen verfolgt. Die geplante Begegnung
mit dem öffentlichkeitsscheuen Dichter erweist sich als schwer zu arrangieren. Derweil
hört Robert aus anderen Quellen dunkle Andeutungen über eine Verbindung zum Kult der
Todesgöttin Kali. Der Inhalt des Manuskripts, das Robert schließlich erhält, scheint
diesen Verdacht zu bestätigen ... Song of Kali, Simmons erster Roman, zeigt bereits viele Qualitäten, die er in seinen späteren Büchern noch ausbaut. Zwar handelt es sich um einen waschechten Horror-Roman, doch anstatt Schrecken über Schrecken zu häufen und das Grauen ins Reich des Übernatürlichen zu steigern, erzeugt er eher das Gefühl einer Belagerung. Von Anfang an hat Robert das Gefühl, er und seine Familie seien einer diffusen Bedrohung ausgesetzt. Mit der Beziehung zwischen ihm, seiner Frau Amrita und seiner kleinen Tochter erschafft der Autor ein emotionales Zentrum der Geschichte, dessen ständige Bedrohung den eigentlichen Schrecken ausmacht. Und während Simmons Kalkutta bis zum Platzen mit Tod, Krankheit und dem Geflüster über finstere Kulte anfüllt, muss er kaum jemals das Übernatürliche bemühen, um seine Geschichte zu erzählen. Das eigentliche Thema von Song of Kali sind nicht Dämonen und finstere Göttinnen, sondern Formen extremer Gewalt zwischen Menschen. Dennoch trägt auch dieser Roman deutliche Züge von Simmons optimistischer Grundhaltung, und mit Robert Luczak bietet er eine nahezu uneingeschränkt sympathische und glaubwürdige Hauptfigur an, die dem Grauen weniger als Held und mehr als Mensch die Stirn bietet. Dort, wo Simmons Klischees bemüht, gelingt es ihm größtenteils, sie von ihren Abnutzungserscheinungen zu befreien und sie mit einer Intensität zum Einsatz zu bringen, die nachwirkt. Für die Eröffnung der Horrorreihe hat Phantasia Paperback einen guten Griff getan Song of Kali ist zweifellos ein feiner und ungeheuer spannender Klassiker der Horroliteratur. Warum die deutsche Ausgabe allerdings nicht »Kalis Lied« heißt, wird wohl immer ein Geheimnis des Verlages bleiben. Jakob Schmidt ALIEN CONTACT |
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