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| Science Fiction > SF Personality > Cordwainer Smith Biographie | Instrumentalität der Menschheit |
| Diese Geschichte war die
erste Instrumentalität-Story, die in einem Science-Fiction-Magazin
veröffentlicht wurde. Der Autor schrieb sie bereits 1945, fand jedoch zunächst keinen
Herausgeber, der sie bringen wollte, war doch der Text sehr außergewöhnlich für die
damalige Zeit und paßte so gar nicht in die üblichen Vorstellungen der Verleger, wie
eine knallige SF-Geschichte auszusehen hatte. FANTASY BOOK war ein Magazin, das normalerweise eher unterdurchschnittliche Geschichten brachte. Doch »Scanners Live in Vain« sorgte für Aufmerksamkeit. Die Leser fragten sich, wer wohl dieser neue, stilistisch so hervorragende Autor sein mag. Erzählt wird von Ende der Seher und der Habermänner. Wer durch den Weltraum - bei Smith Auf-und-Hinaus genannt - reist, wird durch die Schrecken der unendlichen Weite und Einsamkeit binnen kürzester Frist wahnsinnig. Daher hat man eine Technik entwickelt, durch die die Piloten bei Verstand bleiben können, indem man sie von ihren Sinnesorganen trennt. Allerdings sind sie dadurch nahezu tot, eher eine Art Zombie, denn sie können weder hören noch fühlen noch sich sonderlich koordiniert bewegen. Die einfachen Besatzungsmitglieder, die Habermänner, sind meist Verbrecher und Abschaum der Menschheit, die zu dieser Tätigkeit verurteilt wurden. Die Seher sind die Kapitäne der Schiffe, nicht viel besser dran als die Habermänner, doch sie haben ihr Schicksal freiwillig gewählt. Sie haben zumindest die Möglichkeit zu »cranchen«, mittels eines komplizierten Drahtsystems für begrenzte Zeit wieder Herr über ihre Sinne zu werden. Eines Tages wird eine eilige Versammlung der Seher einberufen. Ein Mann namens Stone hat eine Möglichkeit entdeckt, auch ohne derart massive Verstümmelungen den Weltraum zu überleben. Die Gilde der Seher sieht sich in ihrer Existenz bedroht und beschließt, Stone zu ermorden, damit seine Entdeckung nicht bekannt wird. Martel, einer der Seher, spricht jedoch für Stone, denn er sieht die Möglichkeit, daß sich dadurch in Zukunft weniger Menschen verstümmelt werden müssen. Als er seine Meinung jedoch nicht durchsetzen kann, muß er Stone auf eigene Faust warnen. Durch seinen mutigen Einsatz wird Stone tatsächlich gerettet und seine Raumfahrtmethode wird eingeführt. Die Seher können tatsächlich in normale Menschen zurückverwandelt werden. Besonders beeindruckend ist die Fülle der Ideen in dieser Geschichte, die geradezu verschwenderisch ist. Andere Autoren, selbst die besseren der damaligen Zeit, hätten aus dem Ideenfundus sicherlich mehrere Stories oder gar einen ganzen Roman gemacht. Insbesondere die Kommunikation zwischen den Sehern ist sehr interessant. Man verständigt sich durch stark ritualisierte Gesten und Lippenlesen sowie durch eine Kurzschrift ohne Vokale. Das Cranchen ist ein seltsamer Zustand, der einen Seher zwar einem Menschen ähnlich macht, dennoch sind die Seher und Habermänner sehr geheimnisvolle und fremdartige Wesen. Der Stil und die Art der Ideen erinnert stellenweise an spätere Geschichten von Alfred Bester sowie an einige gute Geschichten der New Wave der Sechziger Jahre. Die Habermänner dienten entfernt als Vorbild für die »Hadenmänner« in Simon R. Greens Todtsteltzer-Zyklus Ende der Neunziger Jahre, die chirurgisch und genetisch verändert werden, allerdings zu Kampfmaschinen. Ein anderer Autor hat sich offensichtlicher bei Smith bedient. Timothy Zahn beschreibt in seinem Roman Deadman Switch (1988; dt. Totmannschaltung) Zombies - ähnlich den Habermännern -, die in den gefährlichen Regionen des Universums als Piloten eingesetzt werden. |
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