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Langjährigen
ALIEN CONTACT-Lesern ist Mario Ulbrich kein Unbekannter,
denn bereits Anfang der neunziger Jahre hat er in mehreren Ausgaben sein komisches Talent
unter Beweis gestellt: Seine Erzählungen »Der Drachentöter«, »Des Gottes Zauberberg«
und »Mission für Michael Clopper« gehörten damals zu den beliebtesten Geschichten bei
den Lesern. Das weckt hohe Erwartungen an Ulbrichs ersten Roman, und er kann sie
erfüllen.Die sibirische Mafia hat es auf ein Gemälde abgesehen, doch Wachtmeister Drombusch und die Männer vom Revier Tief-Ost gelingt es, das Bild auf einem Nachtflohmarkt sicherzustellen. Allerdings mussten die Männer zuvor erst durch einen absichtlichen Schreibfehler auf der Dienstanweisung überzeugt werden, nachts ein paar Überstunden zu schieben; auf dem Zettel stand nämlich »Nacktflohmarkt«. Ralf Spinowski, Leiter des Heimatmuseums und stadtbekannter Verschwörungstheoretiker, erkennt das Bild sofort: »Die Hirten in Arkadien III«. Dabei kann es sich nur um einen Hinweis auf das Grab von Jesus handeln, und es ist eindeutig, dass sich dieses Grab mitten in Sachsen befindet. Die Polizisten sind überzeugt, dass Boris Wladimirow, der Pate der sibirischen Mafia, hinter dem heiligen Gral her ist. Ermittlungen im zwilichtigen Etablissement der Exil-Tschechin Helena Pimpernova bringen die Männer jedoch auch nicht weiter. Bis sie schließlich durch das geheimnisvolle Bild den entscheidenden Hinweis erhalten und, lediglich mit einem Paintball-Gewehr und einer Kartoffelkanone bewaffnet, mitten auf einem Feld auf den Zugang zu einer fünfzig Jahre alten Bunkeranlage stoßen! Darin finden sie jedoch nicht den heiligen Gral, sondern genau das, was dieses Buch nicht nur zu einem phantastisch lustigen, sondern auch zu eine phantastischen Roman macht ... Die Männer vom Revier Tief-Ost sind viel witziger als die Stadtwache von Ankh-Morpork, und auch die Gag-Dichte ist bei Ulbrich deutlich höher als in den lustigsten Büchern von Terry Pratchett. Dabei ist sich Ulbrich nicht zu schade, aus den unglaublichen Situationen seiner Helden auch noch die letzten Kalauer herauszuholen. Jedes denkbare Klischee wird auf das Absurdeste überzogen. Und da wirklich jeder aufs Korn genommen wird, darf man auch herzlich über Christen, arabische Gotteskrieger, Ossis, Wessis, geschäftstüchtige Türken, die Russenmafia, Verschwörungstheoretiker, Stalinisten, die GSG-9 aus Bayern, den TÜV und natürlich die deutsche Polizei lachen. Wenn man unbedingt irgendetwas an diesem Roman kritisieren will, dann vielleicht, dass die Koran-Zitate der Araber nicht der deutschen Standardübersetzung entsprechen. Andererseits ist auch nicht einzusehen, warum die tolpatschigen Gotteskrieger, deren Bombe eine komplette Fehlkonstruktion ist, ausgerechnet die exakten Worte der Übersetzung von Max Henning kennen sollten. Mario Ulbrich will in erster Linie unterhalten, und das gelingt ihm hervorragend. Auf dem Umschlag des Buches steht der Satz: »Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, an dessen Ende Schmerzen stehen im Lachmuskel des Lesers.« Besser kann man es nicht ausdrücken. |
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