![]() |
| ALIEN CONTACT 50
|
| Science Fiction >
Alien Contact Buch-Tips |
|
| Bereits vor einigen Jahren ist Paula Volsky durch ihre Fantasy-Romane aufgefallen, die Liebes- und
Abenteuergeschichten in historischem Ambiente mit phantastischen Elementen verbinden. Sie
hat ihre Leser bereits in eine italienische Renaissance-Welt oder in zaristisch-russisches
Ambiente entführt. Auch ihr neuester Roman Das große Rennen folgt diesem
Muster. König Miltzin IX. von der Nieder-Hetz macht weniger durch militärisches oder politisches Geschick, als durch seinen Ruf als Gourmet und Förderer ungewöhnlicher Ideen von sich reden. So hält er sich einen Adepten mit angeblich arkaner Macht, der fühlendes Feuer zu beherrschen weiß - er möchte sich durch die Pflege des Ungewöhnlichen einen Platz in der Geschichte sichern. Er kommt auf die Idee, ein Wettrennen zu veranstalten, eine Reise durch aller Herren Länder, die in Form einer Ellipse an den Ausgangspunkt - sein Schloss - zurückführen soll. Dieses Unterfangen erregt Aufsehen und tatsächlich finden sich reiche Abenteurer aus vielen Ländern, die sich der Herausforderung stellen möchten, ungeachtet der politischen Wirren und Kriege in manchen Gegenden. Zu ihnen gehört auch die junge Luzelle Devaire, eine höchst eigenwillige junge Dame, die nicht einsieht, warum sie ihre standesgemäße Rolle einnehmen sollte. Viele ihrer Gegner nehmen sie zunächst nicht ernst, angefangen mit zwei jungen Handelsprinzen, einem steifen jungen Offizier bis hin zu ihrem Ex-Verlobten Girays vAlisante. Doch Luzelle lässt sich weder von Krieg und Terror, Streiks, Naturkatastrophen, Gefahren in der Wildnis noch von den Intrigen der Rivalen unterkriegen. Denn sehr schnell gewinnt das »Große Rennen« auch eine politische Dimension: Geht es den Grewzländern zunächst vor allem darum, die Überlegenheit der Nation auch in sportlichem Wettkampf und nicht nur auf dem politischen Parkett unter Beweis zu stellen, so kristallisiert sich bald heraus, dass noch etwas anderes gewonnen werden soll: eine mächtige Waffe, die der König der Nieder-Hetz in seinem Palast hütet, ohne eine Ahnung von ihrer Bedeutung zu haben. Wie immer gelingt es Paula Volsky, das historische Ambiente mit phantastischen Elementen zu verbinden und daraus einen spannenden Abenteuerroman zu machen, der dieses Mal auf den Spuren von In 80 Tagen um die Welt wandelt. Spielten die früheren Romane noch in einem eher historischen Umfeld, so lassen sich in Das große Rennen die beiden letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts erkennen, in denen der Glaube durch Wissenschaft, die Magie durch Technik ersetzt wird und die ersten Zeichen eines aggressiven Imperialismus ihre Schatten über das Land werfen. Figuren und Länder lassen sich mehr oder weniger leicht historischen Vorbildern zuordnen. Allerdings wird der Roman nicht jedermann gefallen, da er stilistisch wie auch in der Gewichtung der Handlungselemente sehr einem Liebesroman für Frauen ähnelt. Christel Scheja |
![]() |
| ALIEN CONTACT 50
|