| Der Autor ist bisher durch
einige interessante Hard-Science-Fiction-Romane
aufgefallen. Dieser sehr frühe Roman des Autors offenbart jedoch seine Schwächen:
Charaktere bleiben flach, ihre Weltsicht ist sehr undifferenziert, um nicht zu sagen
simpel. Cobra ist anfangs reine Military-SF. Johnny, der seinen Beitrag im
kosmischen Krieg gegen die Trofts leisten will, wird Mitglied einer Elitetruppe, die Cobra
genannt wird. Sein Körper wird mit fast allen erdenklichen Waffen ausgestattet: Laser in
den Fingern, schweres Geschütz im Bein, verstärkte Knochen, zusätzliche Motoren, die
ihm fast übermenschliche Kräfte verleihen, im Hirn implantierte Chips, die seine Reflexe
beschleunigen, und vieles mehr. Seine Kampfeinsätze gegen die Aliens besteht er
glänzend, ein wahrer Superman. Doch nach dem Krieg haben die Zivilisten Angst vor den
Cobras, und so werden sie zu einem Außenposten, einer neu erschlossenen Welt versetzt.
Johnny wird schließlich gar Staatsmann. Der Krieg gegen die Aliens ähnelt in gewisser
Weise Starship Troopers von Heinlein: Die Aliens sind böse und müssen
ausgerottet werden, mehr interessiert nicht. Mit keiner Silbe erwähnt der Autor die
politischen Hintergründe, die Fremden werden nicht einmal beschrieben, sondern nur der
Haß, der ihnen von den Menschen entgegengebracht wird. Patriotismus gegenüber einem
unerträglich autoritären Imperium der Menschen tropft aus jeder Seite. Der Autor
projiziert typische Merkmale der USA auf sein Imperium, amerikanischer geht es kaum.
Leider ist dieser Roman ein literarischer Fehlschlag.
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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