| Taran lebt wieder als Hilfsschweinehirt in Caer Dalben. Auch Eilonwy lebt nun
bei dem Weisen, da sie nicht mehr zu ihrer alten Herrin zurückkehren will. Der Junge
findet sich mit seinem Schicksal ab, träumt aber immer noch davon, ein großer Held zu
werden. Gelegenheit dazu bekommt er schneller als er denkt, denn neben Flewddur und
einigen anderen Adligen taucht auch Fürst Gwydion wieder auf. Der schwarze Kessel, mit
dem man Tote erwecken und zu willenlosen Kesselkriegern machen kann, ist gestohlen worden.
Wer ihn besitzt, kann sich so eine riesige und unverwüstliche Armee schaffen. Deshalb
sind die tapferen Krieger und Könige aufgebrochen, um ihn vor den Schergen Arawns zu
finden und wieder zu verbergen - oder gegebenenfalls zu vernichten. Auch Taran soll
mitkommen, denn er hat schon gezeigt, dass man sich auf ihn verlassen kann und die
Begegnung mit dem Bösen nicht scheut. Der Junge ist begeistert, dass man so viel von ihm
hält, auch wenn er immer wieder mit einem arroganten jungen Prinzen aneinander gerät,
der auf ihn herabblickt. Zu allem Überfluss schließen sich auch noch Eilonwy und der
»Unterirdische« Doli der Schar an, weil sie Taran nicht alleine lassen wollen. Das
erweist sich als Glücksfall, denn schon bald erkennt Taran durch seine Freunde, dass es
mehr bedarf als die Talente eines Kriegers, um den Kessel zu finden und zu vernichten -
vor allem, wenn Verrat aus den eigenen Reihen droht.
Wie schon der erste Roman der Reihe ist Der Schwarze Kessel für die meisten
Leser eine einfach erzählte und kurzweilige Abenteuergeschichte in einem märchenhaft
wirkenden Reich. Wer sich aber nur ein wenig mit keltischen Mythen beschäftigt hat -
speziell mit den walisischen - wird sehr schnell Namen und Elemente aus dem Mabinogion
wiedererkennen und damit auch die mythologische Dimension hinter den Figuren und
Geschehnissen. Alte Götter wie Hen Wen und Arawn tauchen auf, und in den drei Hexen, die
Taran entscheidene Hinweise geben, findet sich die dreigestaltige Göttin wieder. Und die
Zerstörung des Kessels fordert schließlich übermenschlichen Mut in einer Notlage. Wie
die alten keltischen Barden vermischt Lloyd Alexander alte Mythen und Motive mit seinen
eigenen Ideen und schafft damit eine neue, moderne Sage, die nichts von der Kraft alter
Geschichten verloren hat. Anders als viele andere Sagennacherzählungen hat auch Taran
und der Zauberkessel seinen Platz unter den Klassikern der Fantasy verdient.
Christel Scheja ALIEN CONTACT
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