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| »Was andere können, sollte mir doch auch gelingen.« So scheint der
Leitspruch von Kevin J. Anderson zu lauten, der als rühriger Vielschreiber nicht nur
Romane im Star Wars oder Akte X-Universum
verfasste, sondern zusammen mit Brian Herbert auch die Vorgeschichte zum berühmten Dune-Zyklus
schrieb. Warum sollte er es nicht anderen Kollegen gleichtun, die sich aus vorgegebenen
Universen freigeschrieben haben - man denke nur an Robert Jordan, der mit Conan
u. a. begann und mit dem Rad der Zeit nun Erfolge feiert. Der Sternenwald setzt fünf Jahre nach den Ereignissen von Das Imperium, dem ersten Roman des Zyklus, ein. Durch den Einsatz der Klikiss-Fackel, mit der ein Gasriese in eine Sonne verwandelt wurde, haben die Menschen eine große Bedrohung heraufbeschworen. Der Gasplanet war nicht - wie ursprünglich vermutet - unbewohnt. Die Hydroger, deren Kolonie dort zerstört wurde, nehmen nun grausame Rache. Immer wieder tauchen ihre Raumschiffe auf und vernichten irdische und ildiranische Kolonien durch ihre Kältestrahlen. Die Raumfahrt kommt fast zum erliegen, da die Hydroger zudem verhindern, dass die Menschen das für die überlichtschnellen Antriebe wichtige Ekti aus den Wasserstoffplaneten ziehen können. Die Menschheit scheint verloren, auch wenn Basil Wenzeslas, der Leiter der Hanse, das mit allen Mitteln zu verhindern sucht. Er zwingt den unwilligen jungen König zu positiver Propaganda, während im All Schlacht um Schlacht verloren wird. Auch der ildiranische Imperator muss seinen widerspenstigen Sprössling Jora'h zur Räson bringen, denn dieser trauert immer noch der grünen Priesterin Nira nach, die vor fünf Jahren scheinbar verstorben ist, und ahnt langsam, dass er getäuscht wurde. Noch weiß er nicht, dass Nira einem ildiranischen Zuchtprogramm zugeführt wurde, durch das ein besonderes Kind entstehen soll. Als Jora'h die Wahrheit entdeckt, ist es für ihn bereits zu spät, denn sein Vater zwingt ihn durch ein doppeltes Opfer den Weg zu gehen, der ihm vorbestimmt ist - der nächste ildiranische Herrscher zu werden. Die Menschen erleben ihre schwerste Stunde, als Theroc von den Hydrogern fast zerstört wird. Aber nun offenbart sich ihnen auch eine andere Wahrheit: Die Hydroger sind nicht zum ersten Mal auf einem Feldzug gegen die Sauerstoffatmer. Sie haben schon in alter Zeit Planeten verheert und Völker ausgelöscht. Mit dem Erwachen der Hydroger treten allerdings auch andere Völker und Rassen, die lange verloren schienen, wieder auf den Plan. Das muss vor allem der Roamer Joss Tamblyn, der den letzten einer vergessenen Art ins All hinaus führt, am eigenen Leib erfahren. Aber auch die Hinterlassenschaften der Klikiss warten noch mit einigen Überraschungen auf - sowohl in positiver Hinsicht als auch in negativer, denn die Roboter dieser ausgestorbenen Rasse scheinen ihr eigenes Spiel zu spielen. Bündnisse und Heiraten führen zu neuen Allianzen - und trotz der fast aussichtslosen Situation schöpft man wieder Hoffnung. Wieder bedient sich Kevin J. Anderson der vertrauten Mythen der klassischen Space Opera und erweitert seinen Kosmos in den nebeneinander her verlaufenden Handlungsebenen: Da gibt es die gesichtlosen Feinde, ihre Absichten und ihre Gegner wie in Babylon 5; da gibt es die Intrigen in den Herrscherhäusern wie in Dune, epische Raumschlachten mit bitterem Ende und so fort ... Dabei begegnen wir Protagonisten wieder, die wir im ersten Band bereits kennen gelernt haben und weil auch neue eingeführt werden, fällt es gar nicht auf, dass diejenigen sterben, die ihren Zweck bereits erfüllt haben. Der Autor hat sein Handwerk gelernt. Routiniert spinnt er die Abenteuer seiner Helden weiter und stürzt sie in neue Gefahren, durch die sie entweder neues Wissen erlangen oder vor die schwerste Entscheidung ihres Lebens gestellt werden. Allerdings sollte man für ein besseres Verständnis des Romans, trotz der ausführlichen Einführung auch den ersten Teil gelesen haben. Insgesamt ist Der Sternenwald schlichte Unterhaltung Sci-Fi-Fastfood für anspruchsloses Lesevergnügen. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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