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| Mitten im heißen Sommer der Großstadt eröffnet in einem ehemaligen
Schuhgeschäft ein provisorischer Nachtclub mit dem Namen Gummiaquarium. Die
Erzählerin lebt in den Tag hinein, läßt sich treiben und hat keine rechte Lust zu
arbeiten. Da kommt ihr der neue Nachtclub als Abwechslung zum eintönigen Einerlei der
Tage ganz gelegen. Sie lernt dort Lina kennen, für die sie erotische Gefühle entwickelt,
die sie der faszinierenden Frau jedoch nicht gesteht und die sie sich selbst auch nicht
einzugestehen vermag. Gemeinsam genießen beide im Gummiaquarium Partydrogen und
besuchen im Keller des Nachtclubs Lesungen eines komischen Kauzes, den die Erzählerin
bereits als Bettler aus der Innenstadt kannte. Am letzten Abend vor der Schließung des
Clubs kommt es zu einer Katastrophe. Die Erzählerin macht den Bettler dafür
verantwortlich, nimmt mehr Drogen, beginnt zu trinken und fühlt sich selbst immer mehr
bedroht. Das zentrale Thema dieser Novelle ist die Einsamkeit der Protagonistin. Die Autorin unterstreicht dies, indem sie keine eigentlichen Dialoge stattfinden läßt, nur gelegentliche belanglose Wortwechsel. Die Gedanken der Erzählerin kreisen hauptsächlich um sie selbst, auch wenn sie es vielleicht nicht wahrhaben kann. Sie ist passiv bis zur Lethargie; zum Beispiel wagt sie einen ganzen Sommer lang nicht einmal, Lina nach ihrer Adresse oder Telefonnummer zu fragen. Selbst als es ihr wirklich schlecht geht, ist sie nicht zum Dialog mit der Außenwelt fähig. Dadurch macht es die Autorin dem Leser sehr schwer, mit der Erzählerin zu leiden - Sympathieträger ist die Protagonistin ohnehin nicht. Beinahe ist man versucht zu sagen: Geschieht ihr ganz recht, was läßt sie sich so hängen. Die Geschichte entbehrt an einigen Stellen der Logik, doch das ist in Ordnung, denn der Verstand der Protagonistin ist reichlich irrational. Physische Schrecken gibt es nur einmal, nämlich bei der Katastrophe im Gummiaquarium, die restlichen Schrecken finden im verwirrten Geist der Protagonistin statt und drücken sich oft in adjektivschwangerem Pathos aus. Man kann für die Autorin nur hoffen, daß diese Novelle keine autobiographischen Züge trägt. Martin Höllmann ALIEN CONTACT 40 |
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