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| Im ersten Science-Fiction-Titel
der Autorin Catherine Asaro ist Sauscony Valdoria die Heldin, die den Leser auf eine Reise
in ihr Universum mitnimmt. Sauscony ist als Jagenautin eine genetisch verbesserte und biotechnisch hochgerüstete Soldatin des Skolianischen Imperiums. Sie besitzt nicht nur seltene telepathische Fähigkeiten, die es ihr ermöglichen, sofort auf ein galaxisweites Psiberspace-Netz zuzugreifen, sie ist außerdem eine voraussichtliche Erbin des Skolianischen Imperiums. Die Skolianer teilen sich das erkundete Universum mit den Händlern, erklärten Feinden der Skolianer, und den Verbandlern, die versuchen, einen labilen Waffenstillstand zwischen den beiden Todfeinden in Frieden oder zumindestens Duldung der anderen umzuwandeln. Als Sauscony während ihres Urlaubs auf einem neutralen Planeten der Verbandler eher zufällig Informationen entdeckt, die das Skolianische Imperium sofort benötigt, setzt sie ihr eigenes und das Leben ihrer Crewkameraden aufs Spiel, um die Weitergabe zu sichern und gleichzeitig die Bevölkerung eines Planeten zu retten, der von den Händlern überfallen werden soll. Das Schlimmste kann verhindert werden, aber was mit der »Geheimwaffe« der Verbandler geschehen soll, stellt Sauscony vor die größte Herausforderung ihres an Herausforderungen nicht eben armen Lebens: Jaibriol, die Geheimwaffe, gehört zur herrschenden Klasse der Aristos und ist Erbe des Throns der Händler. Er hat zwar nicht die üblichen sadistischen Züge der Aristos und muss seine Begabung sogar vor seinen eigenen Leuten verstecken, trotzdem könnte er als erster Empath der Händler die Grundfesten des Skolianischen Imperiums erschüttern. Und ausgerechnet in diesen Jaibriol verliebt sich Sauscony, weil er, seiner Herkunft zum Trotz, ihr geistiges Gegenstück ist. Catherine Asaro schafft es sehr gut, den inneren Zweispalt, in der sich ihre Heldin befindet, zu schildern und dem Leser verständlich zu machen. Die Perspektive der spannenden Raumschlachten ist nicht die übliche Hau-drauf!- oder Kopf-ab!-Befehlsbefolgung eines Soldaten, sondern es wird eine Person beschrieben, die jeden Tod, den sie verursacht, als Empathin schmerzhaft miterleben muss. Ebenso ist glaubhaft, wie Sauscony zu dem wurde, was sie jetzt ist: eine gebrochene und vom Leben gezeichnete Anti-Heldin, die versucht, mit ihrer Vergangenheit klarzukommen und belastende Ereignisse zu verarbeiten, auch wenn diese immer wieder die Gegenwart beeinflussen. Trotzdem verliert Sauscony weder den Blick auf die Zukunft noch den Überblick, welche Konsequenzen ihre Handlungen nach sich ziehen könnten. Catherine Asaro kann wunderbar schreiben, sie zieht den Leser in die Handlung und lässt ihn kaum wieder los. Die Details sind farbenprächtig, die Menschlichkeit der Figuren gut gezeichnet, und die Geschichte sprüht vor Ideen. Allerdings geht die Physikerin in Asaro manchmal etwas zu weit; zu ausführliche Erklärungen, wie denn nun der Überlichtantrieb tatsächlich funktioniert, verwirren den physikalisch unbelasteten Leser eher. Außerdem muss zur ungestörten Lesefreude zunächst einmal ein ganzer Haufen Erläuterungen zur politischen Situation oder Kybernetik der Jagernauten verdaut werden. Vielleicht gehört das zu einer guten Space Opera, vielleicht sind diese Erklärungen aber nur die notwendige Grundlage für noch folgende Bücher. Ein weiterer Schwachpunkt des ansonsten guten Lesefutters: Ein wirklich befriedigendes Ende fehlt. Nicht alle verwendeten oder angedeuteten Handlungsfäden werden verwoben, Heldin und Held gehen freiwillig ins Exil, die Sonne geht unter, Ende. Eine Fortsetzung ist bereits angekündigt: Das Sternenreich von Skolia 2: Jäger des Lichts. Für einen der folgenden Romane aus dieser Reihe erhielt Asaro den Nebula-Award, und das lässt hoffen. Anita Winkler |
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