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Alien Contact Buch-Tips |
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| Unser Sonnensystem und die Erde im 4. Jahrtausend: Die beiden Menschengruppen
der Heliothan und der Umbrathan liegen in dauerndem Kriegszustand miteinander. Beide
Gruppen beherrschen neben der Raumfahrt auch Technologien für eine weitgehende genetische
Optimierung von Menschen sowie die Technik der Temporalverschiebung, also der Zeitreise. Der Krieg spielt sich auf all diesen Ebenen ab der räumlichen und der zeitlichen, und daraus resultierend auch auf der der vielfältigen Wahrscheinlichkeitsvarianten einer temporalen Entwicklung. Eine zentrale Rolle im Geschehen spielt Cowl, ein künstlich gezüchteter Übermensch, der sich an den Nodus zurückgezogen hat den Zeitpunkt, ab dem DNA-basiertes Leben auf der Erde nachweisbar ist und der über das furchteinflößende Torusbiest gebietet, das nach seinem Willen in allen Zeitaltern auftaucht und dabei Tausende von Menschen frisst. Schon aus dieser knappen Beschreibung lässt sich ersehen, dass Neal Asher ziemlich komplexe Ansprüche an den Leser stellt, der ihm durch einen rasant ablaufenden Handlungsdschungel folgen soll. Um dabei niemand zu überfordern, stammen die Hauptfiguren, die Prostituierte Polly und der Geheimdienstkiller Tack, aus dem uns vergleichsweise heimisch vorkommenden 22. Jahrhundert. Mittels der Schuppen des Torusbiestes organischen Zeitmaschinen werden sie voneinander getrennt und immer weiter den Zeitstrom entlang in Richtung Nodus gezogen. Neal Asher führt in der Handlung verschiedene Zeiten vor, so Szenen aus dem 2. Weltkrieg, Zeitverschiebungen zu Heinrich VIII., in die Römerzeit usw., die jedoch nicht weiter vertieft werden und im Endeffekt etwas deplaziert wirken. Schlecht verbergen kann der Autor auch seine heimliche Liebe zu den Dinosauriern des Mesozoikums. Natürlich übernehmen auch irgendwann Heliothan und Umbrathan aktive Rollen in der Handlung und alles steuert auf ein großes Finale mit überraschenden Wendungen und Enthüllungen zu. Der Leser des Romans Die Zeitbestie muss bereit sein, sich auf eine zunächst verworrene und in winzige Facetten zerrissene Handlung einzulassen, die ihn über den größten Teil des Buches hinweg mehr verwirrt als aufklärt. Ein genussvolles Miterleben der Handlung ist dadurch kaum möglich. Nicht jeder wird dieses Maß an Geduld aufbringen, zumal die Handlung über weite Strecken recht langatmig ist. Die Protagonisten Polly und Tack entfalten jedenfalls erst zum Ende hin ihren Charme. Die in der Handlung auftauchenden Heliothan und Umbrathan bleiben allesamt farblos. Das überdimensionale Monster namens Torusbiest ist gerade ob der Unfassbarkeit des Schreckens, den es verbreitet, schon wieder gar nicht mehr so grauenhaft. Jedenfalls rührt der Tod des Neandertalers Ygrol mehr an als der Schrecken, den das Millionen von Menschen verschlingende Torusbiest verbreitet, das ein aus einer Sonnenzapfstelle energetisch gespeistes Wurmloch, temporal vom Vorposten Sauros im Mesozoikum bis nach Neulondon im 4. Jahrtausend und lokal über eine Ausdehnung von weit mehr als einem Lichtjahr reichend, fast vollkommen ausfüllt. Dabei ist die Länge des Wurmloches natürlich nur von untergeordneter Bedeutung, da diese Distanz bezogen auf eine Zeitreise lediglich eine Funktion der aufzuwendenden Energie ist. Wie jeder SF-Fan selbstverständlich weiß ... Auf weitere interessante Personen und die Beweggründe Cowls für sein unmenschliches Agieren soll nicht weiter eingegangen werden, um die im Schlussviertel des Buches sich endlich reichlich entwickelnde Spannung nicht zu zerstören. Neal Asher liefert im Endeffekt eine durchaus originelle und im Rahmen der Handlung überzeugende, wenn auch nicht ganz neue Auflösung. Der interessierte Leser, wenn er denn bis hierher durchgehalten hat, wird das Buch danach insgesamt befriedigt zuklappen. Thomas Höding |
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