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| Die Foundation-Trilogie gehört zu Isaac Asimovs wichtigsten Werken und insgesamt zu den bedeutendsten Science-Fiction-Büchern. Auf Deutsch gibt es alle Romane der Trilogie als Sammelbände (Die Psychohistoriker bzw. Foundation). Da die drei Bücher in den unterschiedlichen Ausgaben verschiedene Titel haben, werden hier die Originaltitel genannt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
FoundationDer erste Roman der zentralen Foundation-Trilogie begründete Isaac Asimovs Erfolg, der bis heute andauert. Die Idee vom Untergang eines gigantischen galaktischen Reiches hat auch ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Erscheinen in Buchform ihre Faszination nicht verloren. Asimov wurde als junger Mann von der Lektüre eines Buches über den Untergang des Römischen Reiches inspiriert, was man dem Roman durchaus anmerkt. Der erste Band besteht aus fünf Teilen, die zeitlich weit auseinander liegen. Im ersten Teil, »Die Psychohistoriker«, lernt der Leser gemeinsam mit dem jungen Gaal Dornick staunend Trantor kennen, die Zentralwelt des galaktischen Imperiums, das 25 Millionen besiedelte Welten umfasst. Ein Planet, der komplett zugebaut wurde, quasi aus Stahl besteht und lediglich der Verwaltung dient. Dornick ist Mathematiker und soll für Hari Seldon arbeiten, den Begründer der Psychohistorik. Dieser Wissenschaftszweig, ein Gemisch aus Psychologie und Geschichtswissenschaft, ermöglicht es, langfristige Entwicklungen der gesamten Menschheit vorauszuberechnen. Doch noch bevor Dornick seine Arbeit beginnen kann, wird er verhaftet und wird Zeuge eines Gerichtsprozesses gegen Hari Seldon. Dieser hat vorausgesagt, dass innerhalb der nächsten 500 Jahre das Imperium zerfallen wird. Man wirft ihm Verrat vor, doch die wissenschaftlichen Fakten sind unumstößlich. Der Leser erfährt, dass annähernd 100.000 Menschen für Seldons Stiftung, die Foundation, tätig sind, und ihre hauptsächliche Arbeit besteht im Erstellen einer Enzyklopädie, die durch Verbreitung in der gesamten Galaxis der Unwissenheit nach dem Zerfall des Imperiums entgegenwirken und somit das »dunkle Zeitalter« von voraussichtlich 30.000 Jahren auf vielleicht nur tausend Jahre verkürzen soll. Der Regent des Imperiums befürchtet, dass durch die Arbeit der Foundation Unruhe auf dem Regierungsplaneten entsteht, und verbannt die Wissenschaftler nach Terminus, einen Planeten am Rande der Milchstraße. Eine zweite Foundation-Gesellschaft wird am entgegengesetzten Ende der Milchstraße aufgebaut. Asimov gelingt es mit diesem einleitenden Text, Wissenschaft mit Staunen zu verbinden. Der sense of wonder ist allgegenwärtig: ein stählerner Planet, 25 Millionen bewohnte Welten, riesige Raumschiffe, Planungszeiträume von vielen Jahrtausenden. Dennoch ist sein Roman weit entfernt von all den Space Operas der Pulp-Ära, die ihre Leser in den dreißiger und frühen vierziger Jahren zum Staunen gebracht haben. Die wichtigste Rolle spielen nämlich nicht unschlagbare Helden, sondern allein die Wissenschaft. Die Lichtgeschwindigkeit wird nicht ignoriert, sogar geschichtliche Prozesse können in Zahlen und Formeln ausgedrückt werden. Sicherlich war es naiv vom jungen Asimov, eine Wissenschaft zu beschreiben, die auf Grund statistischer Untersuchungen die Zukunft voraussagen soll. Heute wissen wir, dass gerade die historische Entwicklung mehr mit Chaos als mit der Ordnung mathematischer Formeln zu tun hat. Dennoch vermag die »Psychohistorik« den SF-Leser zu faszinieren. Der zweite Teil, »Die Enzyklopädisten«, spielt fünfzig Jahre später. Die Randbereiche der Milchstraße haben sich bereits von Imperium abgespalten, und eine Vielzahl von Königreichen hat sich begründet. Man fühlt sich im ersten Moment an die »Sternenkönige« bei Edmond Hamilton erinnert, doch schnell wird klar, dass Asimov einen ganz anderen Weg beschreitet. Es geht nicht um gigantische Weltraumschlachten, sondern und raffinierte politische Schachzüge. Terminus wird von einem der Königreiche bedroht; man verlangt, dass sich die Enzyklopädisten unterwerfen. Als sich die Krise zuspitzt, offenbart eine aufgezeichnete Nachricht vom längst verstorbenen Hari Seldon, dass dieser durch die Psychohistorik diese Entwicklung vorausgesehen hat. Er eröffnet den Wissenschaftlern, dass die Arbeit an der Enzyklopädie nur ein Vorwand war, um sie auf einem Planeten beisammen zu halten. In Wahrheit sollen sie die Keimzelle eines neuen, erst in ferner Zukunft entstehenden zweiten Imperiums sein. Im dritten Teil, »Die Bürgermeister«, der wiederum dreißig Jahre später spielt, ist Terminus gegenüber den angrenzenden Königreichen erstarkt, in denen beinahe mittelalterliche Verhältnisse herrschen. Auf Terminus wurde eine neue Religion gegründet und zu den Planeten der Königreiche gebracht. So kann, von Priestern überwacht, Atomenergie zum Einsatz kommen. Wienis, Herrscher von Anacreon, will jedoch von den Priestern unabhängig sein und die Macht von Terminus schwächen. Er beschließt, Terminus anzugreifen, zumal seine Raumschiffflotte weitaus größer und schlagkräftiger ist als die von Terminus. Er zwingt die Priester sogar durch einen politischen Schachzug, ein altes Schlachtschiff des Imperiums für ihn zu reparieren. Hardin, der Bürgermeister von Terminus, begibt sich nach Anacreon, um mit Wienis zu verhandeln. Als Wienis den Angriff startet, gibt Hardin seinen Priestern, die ja in Wirklichkeit Wissenschaftler sind, eine Anweisung, und auf dem gesamten Regierungsplaneten von Anacreon erlischt das Licht, bleiben alle Maschinen stehen. Selbst das große, imperiale Kriegsschiff verweigert den Dienst. Terminus konnte sich erfolgreich defensiv verteidigen, ohne dass ein Blutbad angerichtet wurde. Der vierte Teil mit dem Titel »Die Händler« ist sehr kurz. Viele Jahre sind vergangen, die Foundation strebt die Expansion über die angrenzenden Königreiche hinaus an. Jedoch ist Atomkraft in den äußeren Regionen der Galaxis teilweise unbekannt, teilweise sogar verboten. Gorov, ein sehr erfolgreicher Händler im Auftrag der Foundation, erfährt, dass einer seiner Kollegen auf einer rückständigen Welt inhaftiert wurde und hingerichtet werden soll. Er erhält den Auftrag, seinem Kollegen zu helfen. Er macht sich die Gier der Herrschenden zunutze, indem er ihnen im Tausch für seinen Kollegen einen »Umwandler« anbietet, der Eisen in pures Gold verwandelt. So rettet er nicht nur den anderen Händler, sondern bringt auch Foundation-Technologie an höchster Stelle auf dem Planeten an den Mann. Der fünfte und letzte Teil des ersten Foundation-Romans heißt »Die Handelsherren«. Es bestehen wiederum viele Jahre später Kontakte zu Welten, die teilweise noch über Technologie des Imperiums verfügen und diese auch nutzen. Doch niemand ist so recht in der Lage, diese Maschinen und Atomgeneratoren zu reparieren oder gar neue zu bauen. Es kommt zu einer Krise zwischen der Republik Korell und der Foundation. Doch die Krise gipfelt nicht in einer kriegerischen Auseinandersetzung, denn die Foundation kann Korell ökonomisch unter Druck setzen, indem sie der Republik die technische Unterstützung zu entziehen droht. Wenn Foundation heute geschrieben worden wäre, würde das Buch sicherlich auch seine Leser finden, damals beim ersten Erscheinen jedoch war es eine Offenbarung und revolutionierte die SF-Literatur in gewisser Weise. Galaktische Reiche und Imperien waren nichts Neues, man kannte so etwas bereits von E. E. Smith, Edmond Hamilton und einigen anderen Autoren. Neu hingegen war die Lösung galaktischer Konflikte ohne Waffengewalt. Asimov dürfte der erste SF-Autor gewesen sein, der eine »ökonomische Kriegsführung« beschrieb und vorführte, dass sich Konflikte eben auch durch Diplomatie, kluge Berechnung und ökonomische Zwänge lösen lassen. Die Psychohistorik als Wissenschaft klang damals für historisch unbedarftere Leser sicher sehr plausibel und überzeugend, interessanterweise korrespondiert sie sogar entfernt mit einigen Theorien von Karl Marx. Maureen F. McHugh jedoch lässt im Schlusskapitel ihres Romans China Mountain Zhang (1992; dt. ABC Zhang) den Protagonisten eine Rede halten, in der er nachweist, daß die Chaostheorie Marx und (wenn auch von der Autorin unerwähnt) die Psychohistorik widerlegt, denn kleine Ursachen können in der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit große, nicht vorherbestimmbare Folgen haben. Stilistisch war Foundation für die SF-Literatur der 40er und 50er Jahre wegweisend. Asimov verzichtete fast vollständig auf die direkte Schilderung der hier zusammengefassten Handlung. Der größte Teil des Romantextes besteht aus Dialogen, aus denen der Leser erfährt, was vorgefallen ist. Asimov versteht es trotzdem, die Spannung aufrechtzuerhalten, weil dem Leser nur nach und nach alle Informationen zugänglich gemacht werden und im Zentrum des Geschehens nicht die galaktischen Ereignisse stehen, sondern die Reaktionen und Gedanken einzelner Individuen darauf. Die einzelnen Teile des Romans erschienen Anfang der 40er Jahre als Erzählungen: »Foundation« (Mai 1942 in ASTOUNDING), »Bridle and Saddle« (Juni 1942 in ASTOUNDING), »The Big and the Little« (August 1944 in ASTOUNDING) und »The Wedge« (Oktober 1944 in ASTOUNDING). |
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Foundation and EmpireWie bereits der Titel besagt, geht es im zweiten Band der Trilogie um das Aufeinandertreffen der Foundation mit dem Imperium. Dieser Roman besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil, »Der General«, spielt zweihundert Jahre nach dem Tod Hari Seldons. Bel Riose ist der beliebteste und erfolgreichste Feldherr des Imperiums. Er trifft eher durch einen Zufall auf die Stiftung und muss feststellen, welche Macht sie bereits am Rande der Galaxis aufgebaut hat. Er begreift diese Macht als direkte Bedrohung für das Imperium und beschließt, die Stiftung zu vernichten. Doch zunächst wird ihm die imperiale Unterstützung verwehrt, und er beginnt auf eigene Faust einen Krieg. Er nimmt den Händler Ducem Barr gefangen und versucht ihm die Geheimnisse der Macht der Stiftung zu entlocken. Barr ist jedoch gerissen und arbeitet nur scheinbar mit dem General zusammen. Als plötzlich die rechte Hand des Imperators auftaucht und sich für den Kampf gegen die Stiftung interessiert, wird es gefährlich. Barr gelingt die Flucht aus der Gefangenschaft, und während der Krieg tobt und Opfer fordert, fliegt er nach Trantor, um den Imperator vor einem vermeintlichen Verrat seiner Getreuen zu warnen. Doch der imperiale Geheimdienst ist neurotischer und besser informiert, als Barr vermutet hatte. Der General wird verhaftet und verurteilt, bevor er durch einen Sieg gegen die Stiftung zu viel Ruhm und Macht an sich reißen kann, um den Einfluss des Imperators zu gefährden. Der Krieg ist beendet und eine weitere Seldon-Krise überstanden. Der zweiten Teil, »Der Mutant«, spielt wiederum einhundert Jahre später. Die Stiftung wird von starrköpfigen Bürokraten regiert, die nicht einmal mehr demokratisch gewählt werden. Eine neue Krise steht ins Haus, und die Stiftung entzweit sich sogar mit der Händlergilde. Ein Fremder, der von allen nur »der Muli« genannt wird und ein Mutant sein soll, baut ein eigenes Reich auf und bricht die Macht der Stiftung. Seltsamerweise laufen die besten Leute zum Muli über. Eine kleine Gruppe von abtrünnigen Stiftungsmitgliedern versucht das Geheimnis um die Identität des Muli zu ergründen. Das zentrale Imperium ist inzwischen zerfallen, selbst Trantor wurde geplündert und ist kaum noch bewohnt. Der letzte Imperator siedelte zu einer nahe gelegenen Welt um, die er Neutrantor taufte, doch dort herrscht er nur noch über ein Dutzend Agrarwelten. Der Gruppe, die nach der Identität des Muli sucht, wird klar, dass nur die zweite Stiftung am anderen Ende der Galaxis die Rettung bringen kann. Sie forschen auf Trantor nach den genauen Koordinaten des Planeten der zweiten Stiftung. Doch derjenige, der die Informationen findet, wird erschossen, bevor er sein Geheimnis verraten kann. Auch die Identität des Muli wird enthüllt. Dieser zweite Teil des Romans ist weitschweifig und größtenteils uninteressant. Er enthält viele Dialoge, aber wenig Handlung. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt neigte Asimov zur Geschwätzigkeit, die vielen Lesern seine späteren Romane verleidete. Die beiden Teile dieses Romans erschienen Mitte der 40er Jahre als Erzählungen: »Dead Hand« (April 1945 in ASTOUNDING) und »The Mule« (November 1945 in ASTOUNDING). |
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Second FoundationAuch der letzte Band der zentralen Foundation-Trilogie besteht aus zwei Teilen, die Ende der 40er Jahre in Magazinform erschienen: »Now You See It ...« (Januar 1948 in ASTOUNDING) und »... And Now You Dont« (November 1949 in ASTOUNDING). Im ersten Teil, »Die Suche des Mutanten«, hat der Muli inzwischen ein neues Imperium errichtet, das jedoch noch nicht so groß und mächtig ist wie das einstige erste Imperium. Die Stiftung hat ihre Macht vollends verloren und wurde vom Muli seinem Imperium einverleibt. Nun besteht noch ein Unsicherheitsfaktor, bevor er die Macht über die gesamte Milchstraße an sich reißen kann: die legendäre Zweite Stiftung. Diese könnte weit mächtiger sein als die erste, denn man vermutet, dass Hari Seldon dort nicht ebenfalls Naturwissenschaftler, sondern vielmehr Geisteswissenschaftler angesiedelt hat, die durch ihre Kenntnis der Psychohistorik und der Psychologie größeren Einfluss auf Machtkonstellationen ausüben könnten. Der Muli sendet zwei seiner besten Männer aus, um die Zweite Stiftung zu suchen, und folgt ihnen, als sie fündig werden. Es stellt sich heraus, dass einer der beiden Männer zur Zweiten Stiftung gehörte und den Muli aus dem Zentrum seiner Macht locken sollte. Schließlich gelingt es den Mitgliedern der Zweiten Stiftung, den Muli mental zu beeinflussen, damit er weniger aggressiv über sein Reich regiert. Der tatsächliche Standort der Zweiten Stiftung bleibt jedoch noch immer verborgen. Dieser ca. 100 Seiten lange Text besteht fast ausschließlich aus Dialogen und ist enorm handlungsarm. Doch gegen Ende des Textes steigt die Spannung, denn erst hier werden die tatsächlichen Motivationen des Muli und der Stiftung enthüllt. Der letzte Teil des abschließenden Bandes der Foundation-Trilogie, »Die Suche der Stiftung«, spielt 400 Jahre nach der Gründung der Stiftung. Der Muli hatte zehn Jahre lang sein Reich regiert, inzwischen gibt es einen neuen Regenten. Allerdings ist sein Einfluss gering; die Stiftung hat wieder die Fäden in der Hand, auch wenn ihre ursprüngliche Macht nicht wiederhergestellt ist. Allerdings wissen einige Männer der Stiftung, dass die zweite Stiftung insgeheim tätig ist und mehr Einfluss ausübt, als allgemein bekannt ist. Ein Komplott wird geschmiedet, und ein Mann wird, getarnt als Bibliothekar, nach Kalgan zum Hofe des Herrschers ausgesandt, um Informationen zu sammeln. Begleitet wird er von einem überaus cleveren, vierzehnjährigen Mädchen, das der eigentliche Protagonist des dritten Romans ist. Das Mädchen namens Arkady erkennt die geheimen Zusammenhänge und begreift, dass die Mätresse des Herrschers eine Spionin der zweiten Stiftung ist. Kurz darauf bricht ein blutiger Krieg zwischen der Stiftung und dem Reich des Muli aus. Der Autor beschreibt nicht den genauen Verlauf des Krieges, aber die Stiftung gewinnt natürlich die Oberhand; am Ende ist sie sogar davon überzeugt, die zweite Stiftung, die eine ständige Einmischung bedeutet, vernichtet zu haben. Dem Aufbau des neuen, zweiten Imperiums steht nun nichts mehr im Wege. Doch die zweite Stiftung hat noch immer die Fäden der Geschichte in der Hand. Das andere Ende der Galaxis liegt natürlich nicht auf der gegenüberliegenden Seite der Milchstraße, wie bisher alle angenommen hatten, denn die Galaxis ist rund wie ein Diskus oder ein Kreis. Und ein Kreis hat eben kein Ende. Das andere Ende befindet sich demzufolge im Zentrum der Galaxis, und alle Wege führen nach Trantor ... Am Ende des dritten Bandes der Trilogie wird die Geschichte wieder, trotz der zeitweiligen Geschwätzigkeit der Protagonisten, sehr interessant und spannend. Der Autor präsentiert eine Enthüllung nach der anderen, entwirrt zahlreiche Intrigen und falsche Fährten und bringt eine unerwartete Wendung nach der anderen, die in einer so kurzen Zusammenfassung wie hier kaum aufgezählt werden können. |
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| Am Anfang der Trilogie glaubt der Leser, genauso wie die Protagonisten, dass
der Seldon-Plan die Zukunft genau vorbestimmt hat, wie eine Art Schicksal. Im zweiten Band
jedoch zeigt Asimov, dass auch eine scheinbar so exakte Wissenschaft wie die
Psychohistorik Fehler aufweisen kann, und gibt der Jahrhunderte überspannenden Handlung
durch das Auftauchen des Muli eine überraschende Wendung. Sicherlich wäre die Trilogie
weitaus spannender, wenn die Figuren nicht ständig endlose Dialoge führen würden,
sondern zuweilen auch tatsächlich handelten. Dennoch wird die Foundation-Trilogie
zu Recht immer wieder zu den wichtigsten SF-Romanen der fünfziger Jahre gezählt. Noch ein kurzes Wort zu den Übersetzungen. In deutscher Sprache liegen drei wesentliche Standard-Übersetzungen vor, von der ersten Romanheft-Veröffentlichung abgesehen. Die erste von Wulf H. Bergner stammt aus den sechziger Jahren und ist, wie damals üblich, leicht gekürzt. Vielleicht liest sie sich deswegen am gefälligsten, denn auf einige überflüssige Passagen kann man leicht verzichten. Die zweite Übersetzung wurde Anfang der neunziger Jahre von Rosemarie Hundertmarck für den Heyne-Verlag angefertigt. Zwar war die inzwischen verstorbene Frau Hundertmarck eine sehr gute Übersetzerin, jedoch ist ihre Übertragung stellenweise sehr hölzern. Vielleicht hielt sie sich zu genau an das Original von Asimov, der noch nie für einen besonders ausgefeilten Stil bekannt war. Die dritte und gelungenste Übersetzung stammt von Barbara Heidkamp und wurde von Bastei-Lübbe veröffentlicht. Diese Version ist sprachlich am flüssigsten. Die beiden letzteren Übersetzungen unterscheiden sich am deutlichsten durch die abweichende Übertragung einiger Schlüsselbegriffe. Hundertmarck hat den Begriff »Foundation« nicht ins Deutsche übersetzt, Heidkamp nannte sie jedoch »die Stiftung«. Der unvorhergesehene Mutant heißt bei Hundertmarck »das Maultier«, bei Heidkamp jedoch »der Muli«. Hundertmarck spricht von »Psychohistorik«, Heidkamp von »Psychohistorie«. Da im Mai 2000 seltsamerweise gleichzeitig beide Übersetzungen bei Heyne und bei Bastei jeweils in einer Sonderausgabe erschienen, war ein direkter Vergleich möglich. Die Heyne-Ausgabe enthielt allerdings zusätzlich ein fünfseitiges, relativ nichtssagendes Vorwort von David Brin sowie den bereits früher erschienenen siebzigseitigen, bierernsten und reichlich überflüssigen Essay »Einführung in die Psychohistorik« von Michael F. Flynn. Kurz vor seinem Tod schob Isaac Asimov noch einen vierten Band mit dem Titel Das Foundation-Projekt nach, der sich jedoch lediglich mit der frühen Karriere Hari Seldons beschäftigt. Bereits zuvor hatte der Autor in in verschiedenen Romanen und Erzählungen versucht, die Foundation-Thematik historisch mit anderen seiner Werke wie Die nackte Sonne oder den Roboter-Geschichten zu verknüpfen. Inzwischen wurde die Serie um eine weitere Trilogie ergänzt, die sich ausführlicher der Lebensgeschichte Hari Seldons widmet. Es handelt sich um die Bände Der Aufstieg der Foundation von Gregory Benford, Foundation und Chaos von Greg Bear und Der Sieg der Foundation von David Brin. Der Einfluss, den Isaac Asimov mit den Foundation-Bänden auf die Science Fiction nahm, ist nicht zu unterschätzen. Dieses Werk ist einer der ersten Versuche in der SF, die historische Wissenschaft zur Grundlage einer Zukunftsfiktion zu machen. Nicht nur Der Wüstenplanet, in dem Frank Herbert die Idee einer eines geplanten Ablaufs der Geschichte auf einem mystischeren Niveau weitersponn, sondern auch viele andere Geschichtsschreibungen der Zukunft dürften unmittelbar durch Foundation angeregt worden sein. |
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Bibliographie
Bibliographie von Hans-Peter Neumann © 2004 |
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