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Alien Contact Buch-Tips |
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| Seit der Erfindung des Fernsehens haben es dessen Macher nicht leicht mit uns
Zuschauern wir gewöhnen uns zu schnell an die »Formate«, zappen gerne durch die
Kanäle, und immer seltener bleiben wir bei einer Sendung länger als eine viertel Stunde
hängen. Was muss man uns denn noch anbieten, damit wir zufrieden sind? Diese Frage wird
wohl nie beantwortet werden. Oder doch? Müssen auf dem Altar der Unterhaltung erst
Menschenleben geopfert werden? Vielleicht war das ja auch die Überlegung, die sich
der Autor des vorliegenden Buches stellte. Doch da hört der Spaß auf. Das Resultat ist laut Untertitel eine »bitterböse Mediensatire«, die aber in ihrer Ausführung ernster ist, als man es bei Aster gewöhnt ist. In naher Zukunft wird das Medieninteresse vom so genannte »Spiel« beherrscht. Darin geht es darum, dass zwei Mannschaften sich gegenseitig eine Fahne wegnehmen müssen. Alle Mittel sind erlaubt: Schläge, Tritte, Schusswaffen ... man kann in die Vollen gehen, dem Gegner die Beine wegschießen, auch mit Granatwerfern und anderen Geschützen. Natürlich gibts dabei Verletzte und Tote. Das wollen die Leute sehen, und es gibt genug »Helden«, die da mitmachen, weil sie glauben, damit ganz groß raus zu kommen oder wenigstens den Grenzen ihres heimatlichen Slums zu entfliehen. Meist kommen sie lediglich in ein neues Getto, extra für die Versehrten dieser sportlichen Wettkämpfe gibt es Wohnsilos, wo sie der übrigen Gesellschaft nicht sonderlich auffallen und die paar Jahre, die ihnen noch vergönnt sind, ehe sie sich tot gesoffen haben, abgeschottet bei guter TV-Unterhaltung verleben. Die Handlung teilen sich zwei Protagonistengruppen. Zum einen haben wir da die Führungsriege des dominierenden Medienkonzerns, die sich ständig Gedanken darüber machen muss, wie sie die Zuschauer bei der Stange halten und sich gegenseitig ausschalten kann. Genüsslich werden die harten Methoden des Konkurrenzkampfes aufgezeigt da kann es auch schon mal Tote geben. Auf der anderen Handlungsebene beobachten wir zwei »Sportler«: Der eine hat schon seine Narben davongetragen, er hat keine Beine mehr, ergibt sich dem Suff und ist ziemlich böse zu käuflichen Frauen; der andere ist noch gesund, hat eine Familie und scheinbar eine tolle Zukunft. Beide trafen sich schon mal auf dem »Spielfeld« ... Um die Einschaltquoten hoch und die Werbepartner bei der Stange zu halten, muss ein neues »Format« her; es geht um einen Einzelkampf, Gesunder gegen Versehrter; dass da von den Machern bestimmte persönliche Affinitäten rein zufällig berücksichtigt werden, liegt auf der Hand. Das Buch zieht seine Spannung aus den Fragen, die sich der Leser stellt: Wer wird den Konkurrenzkampf in der Chefetage gewinnen? Was ist das Geheimnis, dass der Konzernchef und seine Ziehmutter verbergen? Und: Wie wird das Große Spiel ausgehen? Wer wird den Zweikampf gewinnen, wird jemand überleben? Und was dann? So richtig gewinnen kann keiner, und wenn, dann ginge das Spiel ohnehin nur weiter, immer weiter ... Jedem dürften sogleich die einschlägigen Referenzen einfallen, an denen Aster anknüpft: Das Millionenspiel und Das zehnte Opfer (Sheckley), Menschenjagd (King/Bachmann). Doch der Autor erzählt seine eigene Geschichte, diesmal anders als bei ihm gewohnt, nur ein paar Lacher, keine schwarze Romantik, viel blanker Zynismus und eingängige und interessante Personenbeschreibungen und -entwicklungen, die den Leser berühren. Richtige »Helden« gibt es nicht, wie im richtigen Leben. Thomas Hofmann ALIEN CONTACT |
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