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Gregory Benford

Das Rennen zum Mars

The Martian Race • 1999

Science Fiction > Alien Contact
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Im März 2015 erwartet die NASA das zweite Desaster nach der Challenger-Katastrophe: Die für eine Marsexpedition vorgesehene Rakete explodiert bereits beim ersten Testflug und macht alle Hoffnungen auf eine staatlich durchgeführte Marsmission zunichte. Daraufhin setzt die NASA ein Preisgeld von 30 Milliarden Dollar für denjenigen aus, der als erster den Mars erreicht und mit Bodenproben sowie wissenschaftlichen Daten zurückkehrt. Zunächst ist nur Großunternehmer John Axelrod bereit, dieses Risiko einzugehen. Er stellt ein vierköpfiges Team für den Flug zum Mars zusammen und spart bei den Missionskosten, wo er kann. Nicht einmal das Schiff für die Rückkehr zur Erde baut er selbst, sondern ringt der NASA jenes Gefährt ab, das die Astronauten der gescheiterten Marsmission nach Hause bringen sollte und seitdem unbemannt auf dem Mars steht. Doch während die Expeditionsvorbereitungen auf Hochtouren laufen, trifft ein europäisch-chinesisches Team namens Airbus ebenfalls Vorbereitungen für einen Flug zum Nachbarplaneten.

Als die Handlung im Januar 2018 einsetzt, befindet sich Axelrods Team bereits seit anderthalb Jahren auf dem Mars. Die Bodenproben sind gesammelt, alle notwendigen Daten erhoben und fossile Überreste marsianischen Lebens gefunden - es scheint, als ob ihnen der Preis nicht mehr zu nehmen wäre. Doch dann überstürzen sich die Ereignisse: Das Rückkehrschiff erweist sich als defekt, und die Airbus-Mannschaft nähert sich dem roten Planeten. Während ihre männlichen Kollegen alles daransetzen, das Rennen dennoch zu gewinnen, stößt Biologin Julia auf Hinweise, dass immer noch Leben auf dem Mars existieren könnte.

Auch wenn die Idee eines europäisch-chinesischen Raumfahrtunternehmens weit hergeholt scheint und der Termin für den Marsflug sehr optimistisch angesetzt ist, bleibt Das Rennen zum Mars der realistischste aller derzeit erhältlichen Marsromane. Er stellt nicht nur die Isolation der Astronauten und die medienwirksame Vermarktung einer Marsmission, sondern auch deren ökonomische, soziologische und juristische Implikationen gekonnt dar. Obendrein bemüht sich Benford um technische sowie biologische Glaubwürdigkeit und liefert ein Finale, das den Vergleich mit Arthur C. Clarke nicht zu scheuen braucht.

Dieses Ringen um wissenschaftliche Fundiertheit geht jedoch auf Kosten des Erzähltempos, so dass das Buch über weite Strecken recht langatmig ausfällt. Auch vernachlässigt der Autor eine Wissenschaft sträflich - die Anthropologie. Mit Ausnahme von Julia wirken die Figuren daher blass und werden lediglich durch Beruf und Nationalität charakterisiert. Ein paar Marsmenschen hätten diesem Roman nicht geschadet!

• Gregor Jungheim • ALIEN CONTACT

Originalausgabe
Gregory Benford, The Martian Race
(New York: Warner Aspect, 1999)
lieferbare engl. Ausgabe
Gregory Benford, The Martian Race
(New York: Warner, 2001) Bestellen
dt. Erstausgabe
Gregory Benford, Das Rennen zum Mars
(München: Heyne, 2002) [06/8308] Bestellen
deutsch von Martin Gilbert, Titelbild von Jürgen Rogner, 492 Seiten
Leser-Service:
Lieferbare Titel von Gregory Benford
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