ALIEN CONTACT

Terry Bisson

Talking Man

Talking Man • 1986

Science Fiction > Alien Contact
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Der Zauberer Talking Man lebt mit seiner Tochter Crystal friedlich auf einem Schrottplatz an der Grenze zwischen Kentucky und Tennessee, wo er mit viel Geschick - und dann und wann auch ein bißchen Magie - Autos repariert. Doch die Idylle wird gestört, als eine böse Rivalin Talking Mans auftaucht und dieser daraufhin auf rätselhafte Weise verschwindet.

Zusammen mit ihrem Freund Williams macht sich Crystal auf die Suche nach Talking Man, die sie quer durch Amerika und Kanada bis zum Nordpol führt. Dort kommt es zum Showdown zwischen den Mächten des Guten und der zerstörerischen Kraft des Bösen ...

Letzteres mag ein wenig klischeehaft klingen, doch Talking Man ist kaum mit einem gewöhnlichen Fantasy-Roman zu vergleichen. So besteht der Hauptteil des Buches aus der Beschreibung der Odyssee Crystals und Williams’ und der teils alltäglichen, teils aber auch ziemlich merkwürdigen Abenteuer, die die beiden unterwegs zu bestehen haben. Bei der Lektüre drängt sich der Vergleich mit Jonathan Carroll auf, der in seinen Romanen ebenfalls die Alltagsbanalitäten der realen modernen Welt mit bizarrer Phantastik verbindet. Lobenswerterweise konzentriert sich Terry Bisson dabei auf die wirklich liebevolle Zeichnung der Charaktere, was bekanntlich im Genre der Fantasy nicht gerade selbstverständlich ist. Obwohl Talking Man ein überaus sympathisches Buch ist, das ohne Klischees auskommt und ähnlich wie ein Road Movie funktioniert, vergibt Bisson auch einige Chancen: Es werden zwar hin und wieder »typische« amerikanische Gestalten und Unsitten karikiert, doch geschieht dies nur halbherzig und quasi nebenbei. So kommt es dem Leser schließlich vor, als habe sich Bisson beim Verfassen des Buches nicht recht entscheiden können, was er denn nun eigentlich wollte: eine unterhaltsame und zauberhafte Fantasy-Geschichte oder einen ambitionierten, vielleicht sogar satirischen Gegenwartsroman.

Somit ist Talking Man insgesamt ein durchaus vergnügliches Leseabenteuer, das jedoch mehr als das sein könnte - und nach der hervorragenden Story-Sammlung Die Bären entdecken das Feuer waren die Erwartungen möglicherweise etwas zu hoch gesteckt.

Leider zeigt das völlig unpassende Titelbild einen barbarischen Krieger, der auf seinem Reitdrachen thront. Fans der Heroic Fantasy, die sich dadurch zum Kauf animieren lassen, dürften das Buch bald enttäuscht zur Seite legen, während Liebhaber der anspruchsvolleren Fantasy durch das Motiv abgeschreckt werden könnten.

Christian HoffmannALIEN CONTACT

Terry Bisson
Talking Man (Arbor House, 1986)
Talking Man, deutsch von Irene Bonhorst (München: Heyne, 1999) [06/9064] Bestellen
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