![]() |
| ALIEN CONTACT 52 |
| Science Fiction >
Alien Contact Buch-Tips |
|
| 451° Fahrenheit oder 232° Celsius - die Temperatur, bei der Papier
verbrennt. Es ist die Aufgabe der »Feuerwehr«, Bücher zu beschlagnahmen und zu
verbrennen, denn der Besitz von Büchern ist streng verboten. Feuerwehrmann Guy Montag
fängt an, sich für die Bücher zu interessieren; er liest sie sogar und wird damit zum
Staatsfeind ... Fahrenheit 451 gehört zur Hand voll gesellschaftskritischer Geschichten, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts geschrieben wurden und heute, 50 Jahre später, erschreckend aktuell sind. Das Bücherverbot wurde nicht von einer Diktatur verhängt, sondern ist das Ergebnis von Spießertum und Intoleranz; der Schlusspunkt einer Gleichmacherei auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Wer Bücher liest, erhebt sich über die Zuschauer der niveaulosen Fernsehsendungen, und wer eine Meinung hat, demütigt automatisch jeden mit anderer Meinung. Der Feuerwehrhauptmann fasst es kurz zusammen: »Farbige nehmen Anstoß an Sambo, das kleine Negerlein. Verbrenne es. Den Weißen ist Onkel Toms Hütte ein Dorn im Auge. Verbrenne es. Jemand hat ein Buch über Rauchen und Lungenkrebs geschrieben? Den Tabakleuten laufen die Tränen herunter? Verbrenne das Buch.« Ray Bradbury hat die »Vereinfachung« der Literatur auf den Punkt gebracht, wenn er die Anfänge des Bücherverbotes schildert: »Klassiker werden zu viertelstündigen Hörspielen zusammengestrichen, dann nochmals gekürzt, um in einem Buch eine Spalte von zwei Minuten Lesedauer zu füllen, und enden schließlich als Inhaltsangabe von zehn oder zwölf Zeilen in einem Lexikon. Ich übertreibe natürlich. Die Lexika waren Nachschlagewerke. Es gab aber viele Leute, die Hamlet ... lediglich aus einer einseitigen Zusammenfassung kannten, aus einem Buch, das mit den Worten angepriesen wurde: Jetzt können Sie endlich alle Klassiker lesen; lassen Sie sich von Ihren Nachbarn nicht überflügeln!« Neben George Orwells 1984 und Aldous Huxleys Schöne neue Welt dürfte Fahrenheit 451 wohl die wichtigste Dystopie sein. Während aber bei 1984 der Überwachungsstaat von »oben« verordnet wurde, ist die erschreckende Aussage bei Fahrenheit 451: »Es kam nicht von Oben, von der Regierung.« Im Vorwort der Taschenbuchausgabe zum 40-jährigen Jubiläum der Heyne-Science-Fiction-Reihe schreibt Brian W. Aldiss: »Diese Kakokratie verkörpert das Nonplusultra an gezielter Verblödung. Sie ist das zum Ideal erhobene Spießertum.« |
![]() |
| ALIEN CONTACT 52 |