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| Mit Der Zeitkrieg vollendet Andreas Brandhorst seinen
Kantaki-Zyklus und führt die Handlungsfäden aus Diamant
und Der
Metamorph zusammen. Rungard Avar Valdorian hat sich aus persönlichem Ehrgeiz zu einem Werkzeug der Temporalen machen lassen. Nachdem sie den Zeitkrieg für sich entschieden haben, verüben die Temporalen immer größere Manipulationen. In den unterschiedlichsten Realitätssträngen finden und zerstören sie die letzten Kantakistützpunkte. In einer der Zeitlinien hat es etwa die Feyn nie gegeben, die zusammen mit den Kantaki den ersten Zeitkrieg für sich entscheiden konnten. Valdorian versucht, seine Fehler rückgängig zu machen, und für ihn beginnt eine Odyssee durch vielfältige Realitäten. Immer wieder erntet er von Diamant berechtigtes Misstrauen oder Ablehnung. Noch immer den Temporalen unbewusst verbunden, führt Valdorian den Feind zum Zentrum des Widerstandes, dem Kastell. Dort kristallisiert sich heraus, dass Valdorian nicht nur der Schuldige, sondern gleichzeitig der Schlüssel für einen Sieg gegen die Temporalen ist. Seine eigentliche Zeit muss dafür aufgesucht werden, dem Ausgangspunkt aller Manipulationen. Es ist letztlich der Moment, an dem er sich bereits einmal für einen falschen Lebensweg entschieden hat. Der Zeitkrieg ist der beste und komplexeste Roman des Kantaki-Zyklus, anglo-amerikanischen Space Operas durchaus ebenbürtig. Hervorragend entworfen sind die Szenarien bzw. Zeitlinien, die Brandhorst mit Farben benennt. Dennoch ist die Unterscheidung der Protagonisten aus den unterschiedlichen Realitäten nicht immer leicht nachzuvollziehen. Mit 590 Seiten und seinen verschiedenen Handlungsschauplätzen ist der Roman etwas zu lang geraten. Zu einem Ende und neuen Anfang kommt die Liebe zwischen Valdorian und Lidia alias Diamant. Der brutale und mörderische Valdorian wandelt sich langsam zu einem anderen Menschen. Während Brandhorst das Verhalten Valdorians durch verschiedene Protagonisten kritisiert, unterlässt er dies weitgehend bei der »guten« Diamant, die auch ihre egozentrischen Seiten hat. Mit der Klärung der Temporalen-Motive verlässt Andreas Brandhorst das Schwarz-Weiß-Schema, das sich noch in Diamant abzeichnete. So ergibt sich bezüglich der individuellen Schicksale und der höherstehenden Völker im Kantaki-Kosmos ein stimmiger Abschluss. Wie bereits zu den ersten zwei Bänden, hat Georg Joergens (Riss-)Zeichnungen
entworfen. Dieses Mal sind es das »Zeitschiff Akida« sowie »Diamant und das Kastell«.
Ein Glossar und eine Chronologie des Kantaki-Universums verhelfen zu einem besseren
Überblick des Zyklus. Weitere Informationen zu Autor und Werk finden sich auf Ulrich Blode ALIEN CONTACT |
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