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Alien Contact Buch-Tips |
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| Im Jahr 2024 ist
die industrielle Zivilisation fast restlos zusammengebrochen. Nur noch wenige kleine
Gemeinschaften halten sich hinter gesicherten Barrikaden verschanzt und müssen sich
ständig gegen Überfälle marodierender Banden schützen, die den größten Teil des
Landes beherrschen. Die junge Lauren Olamina lebt mit ihrer Familie in einem solchen Dorf
in der Nähe von Los Angeles, doch auch hier machen sich erste Auflösungserscheinungen
bemerkbar. Ihr kleiner Bruder Keith träumt heimlich davon, ebenfalls als Gesetzloser
durch das Land zu streifen, während andere auf eine Anstellung in einer der wenigen noch
existierenden Firmen hoffen, die ihre Arbeiter jedoch faktisch versklaven. Irgendwann ist
es soweit, daß auch Laurens Dorf bei einem Überfall durch drogensüchtige Pyromanen
geplündert und abgefackelt wird. Nun muß auch sie sich wie alle anderen durchschlagen,
in Ruinen nach Brauchbarem stöbern und Tote ausrauben. Doch sie träumt von einer
besseren Zukunft, deren Philosophie sie im Buch Erdensaat niederschreibt, und
schart eine kleine Gruppe um sich, die den Grundstein für eine gesellschaftliche
Erneuerung legen soll. Mit diesem Roman knüpft Octavia Butler an Motive ihres Zyklus über die Patternisten an, der in den achtziger Jahren im Bastei-Verlag erschien, obwohl es keine direkten Verbindungen zu dieser Serie gibt. Dennoch schließt der Roman gewissermaßen die chronologische Lücke zwischen Der Seelenplan (Mind of My Mind, 1977) und Clays Ark (1984, noch nicht ins Deutsche übersetzt). Die parapsychischen Aspekte spielen nur eine untergeordnete Rolle - die Heldin ist Hyper-Empathin und kann die Schmerzen anderer Menschen spüren -, aber die von ihr begründete Erdensaat-Gemeinschaft verfolgt das Ziel, eine bessere Zukunft der Menschheit im Weltraum zu realisieren, was wiederum das Thema der frühen Patternisten-Romane ist. Leider schleppt sich die Erzählung in Tagebuchform recht langatmig dahin und erschöpft sich in Details des täglichen Lebenskampfes wie Nahrungsbeschaffung und Abwehr von Angreifern. Die Endzeitstimmung ist bedrückend realistisch geschildert, weicht aber kaum von den üblichen Klischees ab. Sehr irritierend wirken die Meldungen über die erste bemannte Marslandung und die Präsidentschaftswahlen, die aus einer ganz anderen Welt zu kommen scheinen. Auch die philosophische oder religiöse Botschaft des Romans - »Gott ist Veränderung«, in schweren Zeiten müssen sich die Menschen zusammenfinden und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen - vermag höchstens jene wachzurütteln, die alles glauben, was Kirche, Politik und andere kulturoptimistische Institutionen ihnen einzureden versuchen. Somit bleibt nur zu hoffen, daß Parabel of the Talents, der zweite Band des Earthseed-Zyklus, der 1998 in den USA erschien, etwas mehr Spannung oder Tiefgang in die Geschichte bringt. |
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