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Alien Contact Buch-Tips |
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| Seit einem bösen Sturz kurz
nach der Rückkehr von seiner Weltraummission im Jahre 2010 lebt Dr. Heywood Floyd in
einem exklusiven Sanatorium im Erdorbit. Er ist bereits 103 Jahre alt, als er die
Gelegenheit erhält, am Jungfernflug des Luxusraumschiffs Universe teilzunehmen.
Die Reise geht zum Halleyschen Kometen, der sich im Jahre 2061 erneut der Sonne nähert.
Nachdem die Universe auf dem kosmischen Schneeball gelandet ist und man erste
Erkundungen vorgenommen hat, trifft die Nachricht ein, daß die Galaxy, das
Schwesterschiff der Universe, von einer Terroristin zur Landung auf dem
Jupiter-Mond Europa gezwungen wurde. Dabei ist bekannt, daß die außerirdische Macht, die
den Gasplaneten 2010 in die Sonne Luzifer verwandelte, jede Landung auf Europa verboten
hat, um das dort keimende Leben zu schützen. Trotzdem soll die Universe den
Gestrandeten - unter denen sich auch Dr. Floyds Enkel Chris befindet - zu Hilfe kommen.
Diese nutzen die Wartezeit, um das Geheimnis von Mount Zeus zu lösen (der sich als
riesiger Brocken aus reinem Diamant erweist, ein Splitter aus dem implodierten Kern von
Jupiter) und den umgestürzten Monolithen zu besuchen, in dessen Nähe sich eine
Europa-Zivilisation entwickelt hat. Nach der glücklichen Rettung stellt sich heraus, daß
die inzwischen ums Leben gekommene Terroristin im Auftrag eines südafrikanischen
Geheimbundes handelte, der den Zusammenbruch des Diamantenmarktes fürchtete. Und Dr.
Floyd erfährt ein wenig mehr über David Bowman, HAL und die Funktion des Monolithen. Arthur C. Clarke schrieb den Roman 2061: Odyssee III kurz nach der Wiederkehr des Kometen Halley im Jahre 1986. Nach 2001 - Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey 1968) und Odyssee 2010 - Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (2010: Odyssey Two 1982) ist es der dritte Band der lose zusammenhängenden Odyssey-Serie und der erste, zu dem es keine Filmversion mehr gibt. Die zwei Highlights des Romans sind die Schilderungen der Oberfläche des Halleyschen Kometen und des fremdartigen Lebens auf dem Jupitermond Europa - wobei zweiteres Thema natürlich reine Spekulation ist, obwohl beide Szenarien auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen beruhen. Auch die Einblicke in die Welt des 21. Jahrhunderts sind durchaus interessant zu lesen. Durchdachte Zukunftsentwürfe mit alltäglichen Details, darunter die nette Idee, daß am 31. Dezember 2000 der Tarif für Ferngespräche abgeschafft wird, sind die eigentliche Stärke des Autors Clarke. Insgesamt jedoch wirkt der Roman recht zusammengestückelt und kaleidoskophaft. Die Handlungsstränge sind unmotiviert und nur durch eine unwahrscheinliche Häufung von Zufällen verbunden. Menschliche Konflikte werden ganz schnell abgewürgt, beispielsweise durch den plötzlichen Tod der Terroristin, nachdem sie ihre Aufgabe - die verbotene Landung auf Europa - erfüllt hat, damit sich der Autor anschließend ungestört der Beschreibung des Jupitermondes widmen kann. Die Verbindung zum 2001-Mythos ergibt sich eher beiläufig. Die »Begegnung« mit David Bowman und die »Enthüllungen« über den Monolithen sind letztlich nichtssagend und werden überhaupt nicht durch die sonstige Handlung vorbereitet. Mit Stanley Kubricks Film 2001: Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey GB 1968) hat das Ganze kaum noch etwas zu tun. Da hilft es auch nicht viel, den psychedelischen Geist von »Lucy in the Sky with Diamonds« heraufzubeschwören, wenn es wirklich nur um die Theorie geht, daß der Kern von Gasplaneten aus reinem Diamant bestehen könnte. Ein stärkerer Bezug besteht zum Film 2010 - Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (2010 USA 1984), auch wenn Clarke beispielsweise das Raumschiff Tsien wieder aufgreift, das nur in der Romanfassung von 2010 auftauchte. 2061 macht den Eindruck, als hätte der Autor zunächst ein ganz normales, passables Weltraumabenteuer für jugendliche Leser geschrieben und kurz vor Drucklegung beschlossen, aus marketingtechnischen Gründen ein paar lose Bezüge zu 2001 einzuarbeiten. Bernhard Kempen ALIEN CONTACT
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