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Alien Contact Buch-Tips |
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| Neun Jahre nach der
gescheiterten Jupiter-Mission wird der Orbit des Raumschiffs Discovery instabil.
Da die Discovery 2 noch im Bau ist, bricht eine gemischte russisch-amerikanischen
Besatzung mit dem russischen Raumschiff Leonov auf, um endlich zu klären, was
2001 in der Nähe des rätselhaften schwarzen Monolithen geschah. Doch den Wettlauf zum
Jupiter gewinnt das chinesische Raumschiff Tsien, das jedoch Schiffbruch
erleidet, als es auf dem Jupiter-Mond Europa landet, um seine Treibstofftanks für den
Rückflug aufzutanken. Die Besatzung der Leonov - darunter auch Dr. Heywood
Floyd, der bereits die Mission des Jahres 2001 betreute - nimmt die verwaiste Discovery
wieder in Betrieb und kann auch den Bordcomputer HAL 9000 reaktivieren. Doch alle
Versuche, das Rätsel des in der Nähe treibenden Monolithen zu lösen, scheitern. Dann
kehrt der Geist David Bowmans zurück und drängt Dr. Floyd zum schnellstmöglichen
Aufbruch. Die Discovery verschafft der Leonov den benötigten
zusätzlichen Schub, was jedoch bedeutet, daß HALs Raumschiff nicht die Rückreise zur
Erde antreten kann. Unterdessen breitet sich auf dem Gasplaneten ein schwarzer Fleck aus
zahllosen Monolithen aus, bis Jupiter zu einer neuen Sonne namens Lucifer wird. Bevor die Discovery
verglüht, übermittelt HAL eine Botschaft der Außerirdischen, die der Menschheit die
Jupitertrabanten zum Geschenk machen - mit Ausnahme von Europa, auf dem sich eigenes Leben
entwickelt hat. Jahrelang war Arthur C. Clarke von der Unmöglichkeit einer Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers 2001 - Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey 1968) überzeugt, der parallel zu Stanley Kubricks Film 2001 - Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey GB 1968) entstanden war. Doch als die zwei Voyager-Sonden 1979 spektakuläre Bilder vom Jupiter zur Erde funkten, nutzte Clarke sofort die günstige Gelegenheit, das Thema doch noch einmal aufzugreifen. Da der Roman 2001 noch zwischen den Monden des Saturn spielte, ist Odyssee 2010 eher eine Fortsetzung zum Film, auch wenn Clarke viele Elemente übernahm, die nur in seinem Roman auftauchen - von Bowmans letztem Funkspruch »My god, it's full of stars!« bis zu Clarkes konkreterer Interpretation der Ereignisse jenseits des Sternentors. Zu weiteren Inkonsistenzen kam es, als der Regisseur Peter Hyams wenig später den Film 2010 - Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (2010 USA 1984) herausbrachte. So fehlen in der Leinwandfassung die Passagen um das chinesische Raumschiff Tsien, die Clarke jedoch in seiner nächsten Fortsetzung 2061: Odyssee III (2061: Odyssey Three 1988) wieder aufgriff. All dies führte letztlich dazu, daß sich die gesamte Odyssey-Serie nicht als geschlossenes Universum, sondern bestenfalls als Bündel aus alternativen Handlungssträngen verstehen läßt. So fallen selbst interne Widersprüche kaum noch ins Gewicht - wenn sich Bowman beispielsweise daran erinnert, den Monolithen auf dem Mond gesehen zu haben, obwohl er und sein Kollege Poole angeblich gar nicht über das wahre Ziel der Discovery-Mission informiert waren. Wenn Clarke über Probleme der Raumfahrt oder naturwissenschaftliche Themen schreibt, wird der Roman zur spannenden und unterhaltsamen Lektüre. Doch wenn er versucht, sich auf die Ereignisse des Films 2001 zu beziehen, verliert die Handlung jegliche Logik. Warum opfern die außerirdischen Mächte das florierende Jupiter-Leben, nur um bessere Lebensbedingungen auf Europa zu schaffen? Warum brechen sie plötzlich das 2000-Jahre-Muster auf, um genau dann ein kosmisches Ereignis auszulösen, wenn zufällig eine Handvoll menschlicher Beobachter in der Nähe sind, die dann ganz schnell wieder verschwinden müssen? Man gewinnt zunehmend den Eindruck, daß Clarke überhaupt nicht verstanden, worum es in Stanley Kubricks Film geht. Bernhard Kempen ALIEN CONTACT
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