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| ALIEN CONTACT 54 |
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| Mit Sternenströmers Lied legt die Australiern Sara Douglass die
Fortsetzung ihrer Saga um Axis und Faraday vor. Nachdem der Axtherr so viel über sich und
die geheimnisvolle Prophezeiung der alten Völker erfahren hat, setzt er seinen Weg zur
Festung Gorken fort. Auch wenn er sich anscheindend mit seiner Rolle etwas mehr abgefunden
hat, so beschäftigt ihn doch so einiges: Er ist der Sohn eines mächtigen ikarischen
Zauberers und stammt damit zur Hälfte von einem Volk an, das er im Namen seiner Herren zu
bekämpfen geschworen hat, und der Feind aus dem Norden scheint auch noch sein Halbbruder
zu sein. Die Träume, die ihn nachts oft hochschrecken lassen, sind nicht nur Ausgeburten
seiner Phantasie, sondern tragen einen wahren Kern in sich. Oft genug denkt er auch an
Faraday, von der er sich auf dem Weg nach Gorken getrennt hat. Seine Gefühle für sie
sind unverändert - das kann in Gorken zu Konflikten mit seinem Halbbruder führen. Derweil hat die junge Edeldame Faraday die umkämpfte Festungsstadt Gorken endlich erreicht. Sie erfüllt ihr Schicksal, indem sie sich widerstandslos mit Bornheld vermählen lässt und das Leben an seiner Seite tapfer erträgt. Trost spendet ihr nur die enge Verbindung mit der »Mutter«, der sie sich geweiht hat. Die geheimnisvolle Göttin schenkt ihr magische Kräfte. Als auch Axis die umkämpfte Festung erreicht, kriselt es zwischen den Liebenden, denn Axis scheint nicht zu begreifen, warum sie seinen Halbbruder widerstandslos geheiratet hat und nun zu diesem steht. Er ahnt nicht, dass Faraday alles tut, um ihren Gemahl zu besänftigen, der nichts unversucht lässt, um Axis zu demütigen. Der Axtherr ist jedoch in seinem Einsatz für die Festung weitaus erfolgreicher, und nach einigen Fehlentscheidungen Bornhelds wenden sich ihm die Männer zu. Dann wird Axis schwer verletzt. Nun ist es an Faraday, ihn zu retten. Unterdessen greift auch das Volk der Ikarier in den Konflikt ein, denn Gorgrael, der Zerstörer aus dem Norden, versucht auch dieses verborgen lebende Volk auszuschalten. Sternenströmer Sonnenflieger erfährt dabei von seinem Sohn Axis und weiß, dass er nun mit diesem Kontakt aufnehmen muss, um ihm das Wissen zu geben, mit dem er Gorgrael zu besiegen vermag. Allerdings ahnt er nicht, wie nah der Tod über Axis schwebt. Unvermittelt stürzt der Leser in die Handlung von Sternenströmers Lied. Durch viele Bezüge auf vorangegangene Ereignisse macht sich nun die Zweiteilung des australischen Originalromans negativ bemerkbar, so dass man auf jeden Fall Die Sternenbraut kennen sollte. Nachdem im ersten Band die wichtigen Figuren und der sich anbahnende Konflikt vorgestellt wurden, sowie jede Hauptperson auf ihre kommende Aufgabe vorbereitet wurde, kommt es nun zur ersten Feuerprobe in und um die Festung Gorken. Durchaus spannend und blutig schildert die Autorin die Kämpfe zwischen den abstoßenden (und noch übermächtig scheinenden) Horden des Bösen und der Menschen aus Achar, die Stück für Stück an Boden verlieren, bis - wie kann es anders sein - sich Axis und Faraday als Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit erweisen und den Menschen durch ihre Taten - und nicht nur durch Worte - Mut machen. Wenig überraschende Intrigen und Wendungen treiben die Geschichte voran. Natürlich kriselt es zwischen den Liebenden, als Axis seine Gefühle von Faraday verraten glaubt, da sie seinen verhassten Halbbruder nun doch geheiratet hat. Ebenso deutlich ist, dass Bornheld durch die Anwesenheit von Axis mehr und mehr an Glaubwürdigkeit verliert und seine plumpen Intrigen die Situation ins Gegenteil verkehren. Auch die Magie kommt nicht zu kurz: In dem Axtherrn erwachen bisher ungeahnte Kräfte und Faraday entwickelt genau die erdverbundenen Kräfte, die man von einer Geweihten einer Muttergöttin erwartet: Heilergaben. Sara Douglass setzt jedoch noch eines drauf, indem sie dem Leser nicht nur das Volk der Ikarier, genauer vorstellt, das in seinen Beschreibungen sehr an Engel erinnert, sondern auch Axis' Eltern ins Spiel bringt. Denn nicht nur der geheimnisvolle Sternenströmer ist noch am Leben, sondern auch die tot geglaubte Herzogin und Königsschwester Rivkah. Mehr als in Die Sternenbraut merkt man, dass der phantastische Hintergrund eigentlich nur Inhalte trägt, die sich in jeder Soap Opera wiederfinden: Da wird der elternlose Held plötzlich mit einer doch vorhandenen und glücklichen Familie überrascht; da sorgt ein doppelter Bruderzwist für Intrigen, Gefahr und Kampf; und da hat eine Liebe mit allen Schwierigkeiten zu kämpfen, die man sich denken kann. Wie eine Heldin in einem billigen Liebesroman erträgt Faraday die Lust ihres ungeliebten Gemahls und versucht ihm Freude zu bereiten, um einzig ihrer Aufgabe zu dienen. Und noch immer lauert der Verräter im Hintergrund, der die beiden Liebenden in Gefahr bringen kann. Trotz der ausführlichen Schilderung der Gedankenwelt von Axis, Faraday und anderen wichtigen Personen bleiben alle Figuren sehr oberflächlich und archetypisch - sie handeln so, wie man es von ihnen erwartet. Die phantasievolle Welt und stellenweise sehr mystische Handlung verblasst folglich neben der schwülstig und stellenweise sehr gefühlsduselig erzählten Familiengeschichte um Axis, und viele Geheimnisse werden bereits hier verraten. Die Unter dem Weltenbaum-Saga bietet damit eine vorgezeichnete Handlung, die keine Überraschungen mehr offeriert und stellenweise wie aus einem Baukasten zusammengesetzt wirkt. Damit hat Sara Douglass zwar solide Durchschnittskost verfasst, die jüngeren und mit der Fantasy unvertrauteren Lesern einige nette Lesestunden bescheren mag, aber keinesfalls die Möglichkeiten ausgenutzt, welche die Fantasy eigentlich bietet. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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