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| Die 1957 geborene Australierin Sara Douglass ist als Autorin in Deutschland
noch ein unbeschriebenes Blatt. Im englischsprachigen Raum muss die Debüt-Trilogie der
promovierten Dozentin für Geschichte des Mittelalters aber einiges an Aufsehen erregt
haben, so dass ihr Werk nun auch in Deutschland - allerdings in sechs Bänden - erscheinen
wird. Schon lange haben die Menschen des Landes Achar vergessen, dass - bevor die Bruderschaft des Seneschalls den Alleinanspruch ihres Gottes durchsetzte - noch drei andere Völker in ihrem Land lebten. Aber diese verschwundenen und vertriebenen nichtmenschlichen Kulturen haben ihre Vermächtnisse hinterlassen - und eine Prophezeiung: Einst würden zwei Männer, Söhne desselben Vaters geboren - der eine wird ein blutgieriges, zerstörerisches Monster sein, der andere der Erlöser und Einer der Welt und Völker. Zur Herrschaft des Königs Priam erinnert sich so gut wie niemand mehr an diese Worte, doch gerade jetzt beginnt sich die Prophezeiung zu erfüllen. Ein Unbekannter schwängert zwei Frauen - und Söhne, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, werden geboren, während ihre Mütter ein grausames Ende finden ... 29 Jahre später gehen an den nördlichen Grenzen Achars seltsame Dinge vor sich. Jemand scheint die dort lebenden Völker zu einen und einen Krieg vorzubereiten. Die Bruderschaft des Seneschalls und die Ritter des Königs ahnen den bevorstehenden Krieg. Das bekommt auch die junge Faraday zu spüren, die ihren ersten Besuch bei Hofe macht. Dem ungezwungenen und offenen jungen Mädchen fällt aber nicht nur die ansteigende Spannung, sondern auch Axis, der Anführer der Axtkämpfer auf. Der ist als Bastard allerdings nicht standesgemäß für sie, obwohl dessen Mutter Rivkah die Schwester des Königs war. Stattdessen wird sie mit Axis' legitimen Halbbruder Bornheld verlobt, der das Mädchen weniger aus Liebe, denn aus Leidenschaft besitzen will, und seinen Verwandten mit Hass und Verachtung verfolgt. Als die Ritter und Adligen durch die ersten Angriffe zu den Waffen gerufen werden, fällt Axis die Aufgabe zu, die Verlobte seines Bruders nach Hause zu bringen. Es kommt wie es kommen muss. Während der Reise voller Hindernisse und Gefahren, die vielen ihrer Begleiter das Leben kosten, verliebt sich Faraday endgültig in den ernsten, von Alpträumen gequälten, jungen Mann. Anders als der Axtherr erfährt sie in einem abseits gelegenen Kloster von der wahren Natur der sich ihnen anschließenden Mönche und Waldläufer. Sie wird über seine und ihre Bestimmung unterrichtet. Axis ist einer der Männer aus der Prophezeiung und durch sein Blut der einzige Mensch, der den wahren Feind aus dem Norden aufhalten kann. Faraday soll alles tun, um ihm den Rücken freizuhalten, auch wenn das für sie über Jahre Leid und Entbehrung bedeutet ... Sara Douglass wandelt mit ihrem Zyklus auf den Wegen Tolkiens und anderer Weltenschöpfer. Auch sie entwickelt eine in sich geschlossene Welt, obwohl sie sich in vielem weniger an Mythen und Sagen als an mittelalterlicher Geschichte ein Vorbild nimmt. Achar ist ein spätmittelalterliches Feudalreich mit mächtigen Landesherren, schönen Hofdamen und mutigen Kriegern, die Bruderschaft des Seneschalls erinnert nicht zuletzt an die Templer und andere christliche Ritterorden. Auch das Böse bekommt schnell ein abstoßendes Äußeres, das seinen Charakter widerspiegelt. Der Held schreitet ahnungslos seiner Bestimmung entgegen, und die Frau, die am Ende seine Seite zieren wird, steht auch schon treu bereit. Die Sternenbraut passt mit diesen Voraussetzungen sehr gut zum Bild der Fantasy, das die Herr-der-Ringe-Filme einer großen Zuschauerschaft nahe bringt. Allerdings gelingt es der Autorin nicht, dem klassischen Thema neue Variationen abzugewinnen oder ihren Figuren Leben einzuhauchen. Der Held wirkt durch seine illegitime Abstammung oder seine Alpträume nur vordergründig verletzlich. Mit seinen sanften, verständnisvollen Zügen entspricht er voll und ganz dem Klischee des modernen historischen Liebesromans, ebenso wie die Edeldame Faraday, die ihr Schicksal und ihre Bestimmung ohne Murren annimmt und ihre Selbstständigkeit schnell aufgibt. Auch die Nebenfiguren erfüllen ihren Zweck als Kanonenfutter, lustige Alleinunterhalter, geheimnisvolle Lehrmeister oder zukünftige Verräter. Erschwerend kommt hinzu, dass der Roman mitten in der Handlung abbricht und somit viele Fragen offen lässt, die erst im zweiten Teil gelöst werden dürften. So bietet Die Sternenbraut nur dem Leser, der sich auf das alles einlassen kann, uneingeschränkten Lesegenuss. Ein herausragendes Meisterwerk der Fantasy ist der Roman nicht. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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