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| Der Celeron-Verlag hat diesen Klassiker und ersten Band der
Walter-Werndt-Trilogie in der Reihe »Science Fiction Revisited« neu aufgelegt. In ihm
schildert der Autor Reinhold Eichacker (1886-1931) die Ereignisse nach der Entdeckung
eines Kometen, der auf die Erde zurast. Während zu Beginn noch der wissenschaftliche
Wettstreit um die Entdeckung des Himmelskörpers die Handlung dominiert, wandelt sich das
Geschehen schnell in eine massive Kapitalismus- und Medienkritik. Der Assistent von Prof.
Earthcliffe, dem Leiter der Sternwarte von Michigan, bedient sich der Bedrohung für seine
eigenen Zwecke, indem er die Meldung geschickt lanciert und die entstehende Unruhe für
Börsenmanipulationen nutzt. Daneben spielt noch der Glückspilz Dr. Nagel eine Rolle, dem
als Amateur ebenfalls die Beobachtung des Kometen gelang und in den sich die hübsche
blonde Tochter des Professors prompt verliebt. Der holt den genialen deutschen Erfinder
Walter Werndt über den Ozean, um mit Hilfe seiner neuesten hochempfindlichen Photoplatten
die astronomischen Beobachtungen erfolgreich abschließen zu können. Unterdessen schwingt sich Dr. Wepp, der untreue Assistent, zum Diktator auf und versucht die Macht an sich zu reißen. Dabei betrachtet er seinen alten Chef als ärgsten Feind und lenkt den Volkszorn auf ihn, indem er behauptet, das lange Rohr der Teleskops würde den Kometen anziehen. Die panischen und verdummten Massen stürmen daraufhin die Sternwarte. Dem Professor und seinen Freunden gelingt nur Dank des Werndtschen Superflugzeugs die Flucht. Sie fliegen in Richtung der berechneten Einschlagstelle, werden jedoch vorher durch die gewaltigen Turbulenzen vom Himmel geholt. Aber das Superflugzeug kann auch schwimmen und übersteht die Flutwelle nach dem Aufschlag im Pazifischen Ozean. Die Welle spült der Sintflut gleich über die Erde, und den ungetreuen Assistenten rafft der Wahnsinn hinweg. Walter Werndt denkt jedoch schon darüber nach, wie der den Kometen bergen kann. Das schildert dann der dritte Band der Trilogie Die Fahrt ins Nichts (ebenfalls bei Celeron erschienen). Der erste Band, Kampf ums Gold, führte Walter Werndt als genialen Chemiker, Nobelpreisträger und politischen Führer ein. Ihm gelang es neben der künstlichen Goldherstellung auch, mittels Todesstrahlen Frankreich in seine Schranken zu verweisen und die Schmach von Versailles abzuschütteln. Wurde im ersten Roman völkisches Gedankengut transportiert, so wird hier das volle Repertoire des Unterhaltungsromans ausgebreitet. Die Tochter des Professors ist schön, blond und klug, er selbst klein und rund, ständig Formeln vor sich hin brabbelnd die Koryphäe unter den Astronomen. Nagel ist einfach ein gutaussehender Glückspilz, dem ein armer, aber stolzer spanischer Diener zur Seite steht. Und Werndt ist ebenso genial wie Wepp verschlagen. Die Figuren sind grobe Holzschnitte, die Handlung springt von Höhepunkt zu Höhepunkt und die Liebe schlägt ein wie der Blitz. Um so erstaunlicher ist - nach dem ersten Roman - die hier zu lesende Missbilligung von Börsen- und Zeitungshysterie. Der Autor Dr. Reinhold Eichacker begann nach dem Ersten Weltkrieg zu schreiben, nachdem er sich schon vorher der Literatur zugewandt hatte. So trat er 1912 in die Deutsche Schiller-Stiftung ein. Die Erlebnisse des Ersten Weltkriegs verarbeitete er in zwei Erzählungen, die im Karl-May-Jahrbuch 1919 erschienen. In der Folgezeit verfasste er historische Romane, erotische Novellen und diese Werndt-Trilogie. Wolfgang Both ALIEN CONTACT |
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