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Alien Contact Buch-Tips |
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| Für Wolfgangs Eltern steht fest, was aus ihrem Sohn werden soll - ein
weltberühmter Cellist. Nur er selbst ist nach einem Konzertbesuch davon überzeugt, ihren
hohen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können. Doch eine Diskussion mit den Eltern ist
unmöglich, weil sie daran glauben, dass sein Talent zum Cellospiel praktisch in seinen
Genen verankert ist. Während Wolfgangs Selbstzweifel wachsen, gibt es in seiner Schule nur noch ein Thema - den kubanischen Wissenschaftler Frascuelo Aznar, der vor 16 Jahren einen Menschen klonte. Der Klon ist mittlerweile in Wolfgangs Alter. Als herauskommt, dass sein Vater zum fraglichen Zeitpunkt mit Aznar Kontakt hatte, wird Wolfgang verdächtigt, der Klon seines Vaters zu sein. Selbst als sich dieser Verdacht nicht bestätigt, dämmert es Wolfgang, dass ein Zusammenhang zwischen den großen Erwartungen seiner Eltern und dem Werk des kubanischen Wissenschaftlers existieren muss. Nach dem Marsprojekt legt Andreas Eschbach mit Perfect Copy sein zweites Jugendbuch vor, das sich für Leser ab zwölf Jahren eignet. Musikalisch uninteressierte Jugendliche werden es zwar schwer haben, sich in die Gedankengänge der Hauptfigur einzufühlen, doch auch sie wird die geschickt konstruierte Story bald gefangen nehmen. Ob Wolfgang die wachsende Sorge seiner Eltern erforscht, sich Gedanken über seine Begabungen macht oder schüchterne Bande zu einer Mitschülerin knüpft - auf allen Ebenen vermag der Autor große Anteilnahme am Schicksal seiner Figuren zu erzeugen. Auch die wissenschaftlichen Details weiß er so geschickt zu platzieren, dass sie den Leser nie langweilen, aber trotzdem das nötige Verständnis für die Thematik fördern. Obendrein gelingt es Eschbach, dem Leser genug Andeutungen zu liefern, um seine Aufmerksamkeit von Anfang an zu wecken. Nach und nach fügen sich diese wie die Teile eines Puzzlespiels zusammen, aus dem allmählich Wolfgangs wahre Identität entsteht. Ist sie jedoch gelüftet, flacht der Roman erheblich ab und liefert Wendungen, die an den Haaren herbeigezogen scheinen. Wolfgangs Vater - der ohnehin nie besonders differenziert dargestellt wurde - wirkt während des Showdowns wie jene größenwahnsinnigen Wissenschaftler aus Horrorfilmen der 50er Jahre. Sicherlich ist Perfect Copy immer noch ein packender Thriller, der wichtige Aussagen über den Ursprung menschlicher Begabung und die Risiken des Klonens trifft. Allerdings bleibt der Eindruck zurück, dass Eschbach gegen Ende geschlampt und damit die Chance vertan hat, aus dem ansonsten sehr guten Buch einen absoluten Höhepunkt der Kinder- und Jugend-Science-Fiction zu machen. Gregor Jungheim
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