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Alien Contact Buch-Tips |
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| Hope Nation im Jahre 2246. 52 Jahre sind seit dem ersten Roman der Serie
vergangen, Nick Seafort hat sich inzwischen aus seiner militärischen Laufbahn
zurückgezogen und ist Kapitän eines zivilen Passagierschiffes, der Olympia. Hauptperson ist diesmal jedoch nicht er, sondern Randy Carr, der halbwüchsige Sohn eines seiner besten ehemaligen Kameraden. Dieser gibt Seafort die Schuld am Tod seines Vaters und versucht bei der erstbesten Gelegenheit, ihn zu töten. Da dies an Bord der Olympia geschieht, unterliegt er nicht der Gerichtsbarkeit seines Heimatplaneten, sondern der von Nick Seafort. Dieser bestraft ihn jedoch nicht etwa, sondern vergibt ihm und adoptiert ihn sogar. Randy bleibt an Bord des Schiffes, da er auf Hope Nation zuvor mit dem Klerus aneinander geraten war und dort entsprechend hart bestraft werden soll. Dieser Aufenthalt wird für ihn jedoch zum größten Abenteuer seines Lebens: Ein »Fisch« taucht auf, jene außerirdische Lebensform, deren frühere Begegnungen mit den Menschen stets tödlich verlaufen sind und die als hochgradig aggressiv gelten. Randy bemerkt jedoch, dass dieser »Fisch« keineswegs bösartig ist, sondern einen Kontakt herstellen will. Dies gelingt auch, und zwar über Randy. Am Ende lernen die Menschen, dass die Fische eher friedfertig sind und frühere tragische Konflikte auf Missverständnissen bzw. einer Notlage der Fische beruhen. Am Ende schließen beide Spezies sogar Freundschaft. - Seufz! Leider wurden die letzten Bände des Heldenepos von David Feintuch immer unerträglicher. Nicht nur, dass sie jedes Mal dicker wurden (wir haben inzwischen 989 Seiten erreicht), auch die Figur des Nick Seafort, sein ewiges Selbstmitleid, gekoppelt mit kaum zu überbietender Bigotterie und beinahe faschistoidem Militarismus, waren schwer verdaulich. Es mag legitim sein, eine Figur derart zu überzeichnen, bei Feintuch liegt jedoch der Verdacht nahe, dass ihm absolute Gottgläubigkeit und militärische Zucht und Ordnung als erstrebenswerte Ideale gelten. Ähnliches kennt man ja auch aus diversen US-amerikanischen Spielfilmen, die es jedoch selten in derart überzogener Form darstellen. Zum Glück haben sich die schlimmsten Befürchtungen nicht erfüllt. Nicolas Seafort hat sich in diesem Band am Ende selbst negiert, ist auf wundersame Weise doch noch zum Menschen geworden, beinahe schon zu einem Heiligen. Gegen Letzteres hätte sich der »neue« Nick Seafort jedoch mit Händen und Füßen gewehrt, denn mit der Kirche hat er nun ganz und gar nichts mehr am Hut, was jedoch nicht heißt, dass er mit dem christlichen Glauben gebrochen hätte. Diese Haltung ist übrigens dem gesamten Buch anzumerken und gegenüber den anderen Seafort-Romanen etwas Neues: Feintuch stellt die Vertreter des Klerus als machthungrige, fanatische Bestien dar, wohl am ehesten vergleichbar mit der Inquisition des Mittelalters. Das Dumme an der Sache ist nur, dass genau dieser Klerus den Planeten Hope Nation beherrscht und Gotteslästerung, sei es auch nur ein versehentlicher Fluch, als staatsfeindliche Äußerung bewertet und entsprechend geahndet wird. Noch zwei, drei Romane früher hätte Nick Seafort das voll und ganz befürwortet, nun sieht er sich plötzlich in einen Aufstand einer nach Unabhängigkeit strebenden Gruppe gegen die Allmächtige Kirche verwickelt, und es sieht nicht so aus, als wäre ihm das nicht recht. Auch menschlich ist Seafort ein anderer geworden. Hätte er früher jegliches Fehlverhalten, von wem auch immer, aufs Schärfste bestraft, geht er heute sogar so weit, seinen potenziellen Mörder zu adoptieren. Selbst seine eigenen Offiziere halten ihn manches Mal für zu nachgiebig, nur ihr strikter Gehorsam hindert sie daran, sich über ihn hinwegzusetzen. Das Ganze schlittert haarscharf am Kitsch vorbei, manche Handlungen Seaforts erscheinen auch etwas unmotiviert, allerdings lässt die Spannung kaum einmal nach, was bei fast tausend Seiten schon erstaunlich ist. Alles in allem ein guter Lesestoff, auch wenn fraglich bleibt, ob Feintuch die gesellschaftskritischen Ansätze ernst meint oder doch nur als stilistisches Mittel benutzt. Einzig die Übersetzung ins Deutsche ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht so gelungen. Berit Neumann ALIEN CONTACT |
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