| Nach Anidas
Prophezeihung und Die
Schwarze Zitadelle ist nun der dritte Band der Anida-Trilogie erschienen. Viel
Zeit ist vergangen, seit Anida und ihre Schwester Adina die Herzen der Welt vor einer
schwarzen Zauberin retteten, zwei der magischen Artefakten zu einem verschmolzen, selbst
Familien gründeten, zum Oberhaupt des Weißen Ordens wurden und schließlich starben.
Ihre Seelen aber bestimmten die kleine Anadia dazu. die neue Hüterin der Steine zu
werden. Die Oberhäupter der magischen Orden waren allerdings nicht bereit, die mächtigen
Artefakte in den Händen eines Kindes zu lassen. Sie nahmen ihr die Steine wieder ab und
belegten sie mit einem Bann, sie selbst wurde zu einer Novizin des Weißen Ordens. Nun
aber ist Anadia, meist Anna genannt, zu einem klugen siebzehnjährigen Mädchen
herangewachsen. Sie verspürt eine große Sehnsucht in ihrem Herzen, die sie sich nicht
erklären kann. Schließlich führt sie ein Freund unbewusst auf den richtigen Weg:
Korben, ein Heilerschüler, verstrickt sich in seinem Ehrgeiz in zwielichtige Kontakte und
landet schließlich im Kerker, auch wenn er vorher gewarnt worden ist. Eine geheimnisvolle
Grennach, »die Krähe« genannt, kümmert sich um ihn. Anna lernt sie nun auch kennen und
erfährt, was sie tun muss, um Korben zu retten - die Herzen der Welt rufen und eins mit
ihnen werden. Anna hat zunächst Angst, dann aber folgt sie dem Rat und beginnt langsam zu
erkennen, welche Bestimmung sie und die Herzen haben ...
Wie in jedem Abschlussband eines Zyklus erwartet der Leser auch in diesem Roman, die
Auflösung der letzten Geheimnisse zu erfahren und ein spannendes Ende vorzufinden. Leider
wird er enttäuscht: Er muss sich an gänzlich neue, langatmig eingeführte Figuren
gewöhnen, für die kein Funke an Interesse und Sympathie mehr überspringt. Die Handlung
plätschert ohne größere Spannungsbögen dahin und verstrickt sich nicht selten in
Nichtigkeiten. Die sehr vorhersehbare Auflösung der Geschichte wird dagegen ziemlich
überhastet abgehandelt. Alles in allem macht der Roman auf mich den Eindruck, als sei er
ziemlich lustlos und unter Zeitdruck heruntergeschrieben worden - kein gutes Vorzeichen
für die Qualität deutscher Fantasy oder
ihre Behandlung in den Verlagen.
Christel Scheja ALIEN CONTACT
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