ALIEN CONTACT

Andreas Gruber

Der fünfte Erzengel

2000/2004

Science Fiction > Alien Contact
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Neun Storys der sehr unterschiedlichen Art hält dieser Band bereit, dessen Autor den ALIEN-CONTACT-Lesern nicht unbekannt sein dürfte. Im Zentrum aller Geschichten steht der Wahnsinn in seinen gefährlicheren Spielarten. Die Storys tragen mitunter groteske, aber auch tragische oder traurig-melancholische Züge. Seine Stärken beweist der Autor vor allem in den längeren Texten. Dort ist genügend Raum für sehr gelungene Charakterzeichnungen und treffend naturalistische Szenenbeschreibungen, die nicht übertrieben künstlich wirken, sondern schnell auf den Punkt kommen. Schwachpunkte weisen einige Storys in ihren Pointen auf, die nicht wirklich als Überraschung oder Höhepunkt des Textes wirken.

Der erzählerische Reigen wird mit einem kurzen, prologartigen Text eröffnet. Er schildert das Ende einer Schriftstellerkarriere, deren Protagonist sich so gerne im Ruhm seiner Werke sonnen würde, aber am Ende dem Freitod durch Gas ins Auge blickt.

Der Autor bedient sich einiger bekannter Motive der phantastischen Literatur; so findet man eine richtige Geisterhausstory, die Beichte eines Menschenfressers, etwas über die Gefahren einer unerwarteten Erbschaft, entdeckt, daß die Menschen und die Erde von Aliens übernommen wurden und von einer schrecklichen Virusseuche heimgesucht werden. All diese Motive setzt der Autor aber auf satirisch-groteske Art und Weise um, so daß sie kurzweilig bleiben.

»In Gedenken an meinen Bruder« geht dagegen sehr an die Substanz, ist äußerst deprimierend und verunsichernd, und damit einer der Höhepunkte des Bandes, genau wie die Titelstory, die den letzten Kampf der himmlischen gegen die höllischen Heerscharen ankündigt. Eine Schlüsselfigur der Apokalypse ist ein normaler Zeitgenosse, der dieses ihm fremde und unwirklich erscheinende Schicksal erfüllt. Vieles bleibt angedeutet und dem Urteil und der Interpretation des Lesers überlassen. Insgesamt bietet der Band kurzweilige und gruselige Unterhaltung und kann empfohlen werden.

• Thomas Hofmann • ALIEN CONTACT


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Leseprobe
Andreas Gruber: Wahrscheinlich ein kaputter Gasherd
Originalausgabe
Andreas Gruber, Der fünfte Erzengel (Berlin: Medusenblut, 2000) [9]
Neuauflage
Andreas Gruber, Der fünfte Erzengel
(Berlin: Shayol/Medusenblut, 2004) [3002] Bestellen
Titelbild von Rainer Schorm, 148 Seiten, Paperback
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Der fünfte Erzengel als eBook
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