ALIEN CONTACT

Heiko Arntz, Gerd Haffmans (Hrsg.)

Der phantastische Rabe 59

2000

Science Fiction > Alien Contact
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Wer dieses Literaturmagazin kennt, kennt auch dessen bewährten Stil: Storys und Essays werden bunt um ein Hauptthema gemixt, quasi als Aperitif vor dem Hauptgang serviert. So auch diesmal, wenn Meister Philip K. Dick im Mittelpunkt der Ausgabe 59 des »Phantastischen Raben« steht.

Geboten werden einige seiner besten Stücke, »Ich hoffe, ich komme bald an« und »Wie man eine Welt baut, die nicht nach zwei Tagen wieder auseinanderfällt« sowie »Ein kleines Trostpflaster für uns Temponauten«, allesamt in den vorzüglichen Übersetzungen des Haffmans Verlages präsentiert. Wer mehr will, dem kann geholfen werden. Die Werkausgabe mit Storybänden und Romanen erscheint in Einzelausgaben seit einigen Jahren fortlaufend bei Haffmans. Besonders empfehlenswert ist die Sammlung Black Box (als Band 9 der Gesammelten SF-Erzählungen).

Doch bleiben wir beim Aperitif, der so übel nicht gemixt ist: Der »Phantastische Rabe« bietet neben typischen Dickschen Kopfgeburten weitere phantastische Erzählungen anderer Autoren, die durch Stil und/oder Inhalt in die Gedanken-Sphäre des Meisters passen. Aufgelockert werden die Texte durch einen Comicstrip, der die spirituelle Erleuchtung Dicks sehr anschaulich ins Bild setzt. (Aus diesem Erlebnis entstand dann viel später die berühmte Valis-Trilogie...). Ein weiteres Seitenstück ist die essayistische Arbeit von Paul Williams, alter Duzkumpel Dicks aus glorreichen Hippietagen, später gar Leiter einer Philip-K.-Dick-Society. Mit »Marsianischer Zeitsturz« plaudert er ein bißchen aus der Schule und analysiert einige Geheimnisse der Dickschen Prosa.

Im Anhang gibt's dann noch einen autobiographischen Abriß von Dick selbst, sehr erhellend, weil hier auch einmal die soziale und persönliche Situation eines prominenten Science-Fiction-Autors in den 60er Jahren angesprochen wird. Er gibt zum Beispiel offen zu, daß er zwölf Romane in zwei Jahren geschrieben hat, um auf ein halbwegs vernünftiges Gehalt von etwa 12.000 Dollar in einem Jahr, damals so um die 50.000 DM, zu kommen.

Fazit: Der Aperitif hat seinen Zweck erfüllt; der Hauptgang kann serviert werden.

• Ralf Lorenz • ALIEN CONTACT 39

Heiko Arntz, Gerd Haffmans (Hrsg.)
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