| Im Jahre 1920 hat der deutsche
Erfinder und Adlige Graf Oscar von Reventlow ein Schiff zur Durchkreuzung des Weltenraumes
erfunden und will nun als erster zum Ruhme des deutschen Kaiserreiches den Mond erreichen
und für Deutschland in Anspruch nehmen. Begleitet wird er von seiner Gattin Clothilde und
dem Domestiken Carl. Man erreicht tatsächlich innerhalb weniger Tage den Mond, der Graf
muß jedoch feststellen, daß dieser bewohnt war und anhand der fast identisch aussehenden
Häuser der Mondbewohner wächst in ihm die Befürchtung, daß es sich bei ihnen
womöglich um Socialdemokraten handelt. Da entpuppt sich der Diener Carl als
communistischer Spion, der mit Lenin in Verbindung steht und der im Auftrag der
Weltrevolution das Raumschiff kapern will. Das kann sich ein deutscher Offizier jedoch
nicht bieten lassen, und so wirft er Carl kurzerhand aus dem Schiff. - Was bis hierher wie
eine politische Satire klingt, die obendrein im typischen Stil der zwanziger Jahre
geschrieben ist, entpuppt sich bald als Farce. Nach der Hälfte des Romans ist dem Autor
offensichtlich nichts neues eingefallen. Und so taucht plötzlich ein blinder Passagier
auf, ein englischer Journalist, der seine Geschichte erzählt. Denn nicht nur die
Deutschen sind der Raumfahrt mächtig, vor ihnen haben bereits die Engländer und die
Franzosen den Mond erreicht. Und obwohl es sich um Feinde des Reiches handelt, kann der
deutsche Graf Reventlow nicht anders und muß die anderen vor den barbarischen
Mondbewohnern, die Karotten nicht unähnlich sind, retten. - Die Handlung ist verschroben
und verrückt, der Inhalt hätte politisch ambitionierter sein können, bereitet aber
trotzdem eine Menge Lesevergnügen.
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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