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| Der klassische Science-Fiction-Roman
mit seinem Plot um wissenschaftliche Expeditionen und aufregende Entdeckungen, ob nun auf
der Erde oder auf fernen Planeten, ist in den letzten Jahren auch bei deutschen Autoren
zunehmend von Social Fiction, Cyberspace-Abenteuern und einem Gemisch aus Space Opera und
Fantasy verdrängt worden. Das liegt im Trend der Zeit. Manchmal macht es aber gerade
deshalb Spaß, mal wieder zu den Wurzeln zurückzukehren. Target ist ein solcher
Roman, er kombiniert klassische Anleihen mit den modernen Entwicklungen des Genres Science
Fiction und setzt weder auf vordergründige Action noch auf staubtrockene
Forscher-Tagebücher. Meilensteine der SF klingen an, ohne kopiert zu werden, etwa Joe
Haldemans Der ewige Krieg
oder Stanislaw Lems Solaris. Der Planet Target, abseits aller Raumfahrtrouten, ist eine karge Welt, dominiert von Grassteppen. Nur der »Wald« gibt den Wissenschaftlern Rätsel auf. Ein Biotop, das scheinbar willkürlich in diese Einöde gesetzt wurde und sich bisher jeder Erforschung widersetzt hat. Der größte Feind der Forscher scheint jedoch nicht der Wald, sondern das Militär zu sein, welches Target als Testgelände für neue Waffensysteme nutzt und sich ungern in die Karten schauen läßt. Unter diesen Umständen steht die Expedition »Target 2« unter keinem guten Stern, zumal die Psychologen bei der Zusammenstellung der Gruppe Feingefühl vermissen lassen. Marcus Hammerschmitt legt Target nicht lediglich als den Roman einer Expedition, sondern als den einer zum Scheitern verurteilten Expedition an. Nicht nur der Wald entzieht sich hartnäckig rationalen Denkmustern und dem grundfesten Vertrauen auf die Überlegenheit der menschlichen Technik. Auch die unwiderrufliche Gewißheit, daß das Ende der Expedition gleichzeitig das ihre sein wird, macht aus den Protagonisten Romane im Roman, die Expedition zum Kammerspiel, den Weg zum Ziel. Target fasziniert den Leser durch das Zusammenspiel eines brillanten Stils, mal farbig, mal minimalistisch, immer der Stimmung angepaßt, mit philosophischer und doch unaufdringlicher Tiefe und der Andeutung von Vertrautem, einem vom Autor gewollten Déjà-vu. Science Fiction vom Feinsten. |
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