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Alien Contact Buch-Tips |
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| Die Zivilisation versiegt. Stück für Stück: im flackernden Verlöschen der
Elektrizität, durch die Schließung von Schulen und Geschäften, dem Ende der
Benzinvorräte. Regierungsstrukturen, Kommunikation und Gesundheitswesen lösen sich auf.
Menschen ziehen fort, Städte verfallen, Chaos und Gewalt machen die verbliebenen Bewohner
der Kleinstädte misstrauisch und ängstlich. Es gibt keine finale Katastrophe, sondern
einen unmerklichen Niedergang, an dessen Ende die technische Welt kollabiert ist wie ein
kranker Organismus, an Kriegen, Umweltzerstörung, Dummheit und Verbrechen. Für das Mädchen Nell und ihre Schwester Eva, die mit ihren Eltern auf einer abgeschiedenen Waldlichtung in den Redwood-Wäldern Kaliforniens leben, ist der Zusammenbruch ein langsames Verstummen, ein allmählicher Verlust der Außenwelt. Als ihre Eltern durch Krankheit und Unfall sterben, sind die zwei Schwestern auf ihrer isolierten Lichtung auf sich selbst gestellt. Es beginnt ein Kampf ums Überleben und eine fließende Annäherung an die Natur nach dem Untergang der Technokratie. Die Lichtung von Jean Hegland ist die Geschichte der Freundschaft zweier Schwestern, über ihre Rückeroberung der Natur und ihre Konfrontation mit dem Erwachsenwerden in der Einsamkeit der Wildnis. Der Wintereinbruch bedroht die Mädchen ebenso wie wilde Tiere oder Waldbrände, und mühsam müssen sie die notwendigen Kenntnisse für ihr Überleben erlernen. Dabei vollziehen Nell und Eva einen Weg zurück zur Natur ohne weltfremdes New Age Geklingel, einen Weg von der Lichtung zurück Into the Forest - so der Originaltitel des Romans. Obwohl Die Lichtung bei uns schon eine Weile auf dem Markt ist, hat der Roman bisher nur wenig Beachtung gefunden. Zu Unrecht: der hervorragende Fluss der Erzählung und die große emotionale Tiefe machen Die Lichtung zu einem bemerkenswerten Buch. Aus Sicht des Science-Fiction-Fans macht ein solches Buch nachdenklich, gerade weil es trotz seiner unbestrittenen Verwurzelung in diesem Genre nicht als Science Fiction auftritt, sondern als Mainstream-Roman veröffentlicht wird. Vielleicht ist es genau das, was Matrix und Buffy the Vampire Slayer erreichen werden: Wenn die Science Fiction noch wirklich etwas zu sagen hat oder ein bestimmtes Niveau übersteigt, sucht sie sich ängstlich ein anderes Genre. Vielleicht aber sind manche literarische Motive der Science Fiction längst so sehr in unsere Kultur eingegangen, dass das Genre seine Kinder entlässt. Michael Schneiberg |
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