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Markus Heitz

Trügerischer Friede. Ulldart – Zeit des Neuen 1

Originalausgabe • 2005

Science Fiction > Alien Contact
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Man kann wohl mit Recht behaupten, dass Markus Heitz in den letzten Jahren zum Shooting Star der deutschen Fantasy geworden ist. Mit seinem Ulldart-Zyklus und den Abenteuern um Die Zwerge hat er sich in das Herz vieler Leser geschrieben. So ist es nicht verwunderlich, dass er diese erfolgreichen Serien fortsetzt.

Die Handlung des vorliegenden Buches beginnt nur wenige Wochen nach den in Quellen des Bösen geschilderten Ereignissen. Mortva Nesreca und Govan konnten besiegt, die Rückkehr des finsteren Gottes Tzulan verhindert werden. Die Völker Ulldarts kehren zu ihrem gewohnten Leben zurück. Alles Dunkle scheint vertrieben zu sein und ein neuer Friede die Hoffnung der Menschen zu schüren. Selbst Lodrik, der das ganze Unheil verursachte und sich am Ende auf die Seite der Befreier stellte, ist nur noch ein blasser Schatten seiner selbst, der sich immer tiefer in der Welt der Toten verliert. So gut er kann, unterstützt er seine Frau Norina, die die Herrschaft über Tarpol übernommen hat. Doch der Friede ist trügerisch. Einerseits gibt es noch immer Kämpfe mit den Dienern Tzulans zu Land und zu Wasser, andererseits sind noch längst nicht alle Spuren der dunklen Herrschaft entdeckt und vernichtet worden. Doch das ist nur das Offensichtliche: Im Verborgenen arbeitet Aljascha auf ihre Rache an Lodrik hin. An ihrer Seite wächst der von Mortva Nesreca gezeugte Sohn rasend schnell heran, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Zudem muß Lodrik erkennen, daß er nicht der einzige ist, der sich auf Totenmagie versteht. Er bekommt eine ernst zu nehmende Gegnerin. Nicht zuletzt tauchen Fremde auf, die die Kensustrianer ausrotten wollen. Die dunkle Zeit ist also noch nicht vorüber ...

Ohne seinen Helden Ruhe zu gönnen, setzt Markus Heitz die Abenteuer logisch fort. Weder die Schatten Tzulans, noch die überlebenden Gegenspieler haben aufgegeben, und um den Kämpfen wieder eine größere Dimension zu verleihen, zieht zum Ende des Buches eine weitere Gefahr herauf. Gewohnt routiniert spult der Autor seine actiongeladenen Szenen auf sechs bis acht Handlungsebenen ab.

Interessanterweise scheint kaum eine der Figuren aus ihren bitteren Erfahrungen gelernt zu haben. Weder Aljasha hat es aufgegeben, sich Sorgen um ihre Schönheit zu machen, noch hat Lodrik seine jungenhaften Verhaltensweisen verloren. Dadurch wirkt er eher wie ein Hobby-Nekromant, der mit seinen Kräften nur spielt, ohne Verantwortung zu übernehmen. Die Figuren - egal ob altvertraut oder neu eingeführt - sind immer noch auf wenige Charakterzüge reduziert und haben sich kaum oder nur oberflächlich weiterentwickelt; auch mit Frauenfiguren hat Markus Heitz weiterhin so seine Probleme.

Die Handlung des Romans ist zwar rasant und actionreich, aber es lässt sich mittlerweile auch eine gewisse Routine erkennen - Teile des Buches lesen sich wie eine Fantasy-Nummern-Revue, deren Inhalte einem irgendwoher schon sehr vertraut ist. Man merkt, dass Markus Heitz sich vor allem an sein Zielpublikum aus dem Rollen- oder Computerspiele-Bereich wendet, die Figuren, Setting und Geschehnisse wiedererkennen möchten, vordergründige Action lieben, in der es kracht und zischt, und die mit leisen Andeutungen, undurchschaubaren Grauzonen oder tiefgründigen Charakterentwicklungen nicht so viel anfangen können. Was bleibt, ist ein gefällig geschriebener Roman ohne wirkliche Höhen und Tiefen, der den derzeitigen Massengeschmack zufriedenstellen mag, aber für ältere und erfahrenere Leser nichts Besonderes bietet.

• Christel Scheja • ALIEN CONTACT

Originalausgabe
Markus Heitz, Trügerischer Friede. Ulldart – Zeit des Neuen 1
(München: Piper Verlag, 2005) [Fantasy 6578] Bestellen
Titelbildemblem von Ciruelo, Karten von Erhard Ringer, TB, 446 S.
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