ALIEN CONTACT
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Wolfgang Hohlbein (Hrsg.)

Wolfgang Hohlbeins Fantasy Selection 1999

1998

Science Fiction > Alien Contact
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Science Fiction und Fantasy aus Deutschland ist rar in den Verzeichnissen der großen Verlage. Nur wenige Autoren haben es geschafft, zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit dem richtigen Manuskript beim richtigen Lektor zu landen. Einer davon ist Wolfgang Hohlbein, der in dieser Anthologie jungen Schreibern eine Chance anbietet, ihre Werke einer größeren Leserschaft vorzustellen.

Allerdings muß man anmerken, daß er bei seiner Auswahl auf Nummer Sicher geht, denn jede der hier vertretenen Personen hat bereits Romane und Stories bei kleinen und/oder großen Verlagen unterbringen können. Ein wirklicher Newcomer ist nicht dabei.

Den Auftakt der Sammlung macht Wolfgang Hohlbein selbst: »Feuervögel« ist eine Homage an Hitchcocks Die Vögel, und man entdeckt auch einige andere bekannte Motive aus dem klassischen Psycho- und Grusel-Kino. »Amadons Opfer« von Dieter Winkler erzählt von einem kleinen Jungen, der ausersehen ist, einer unheimlichen Macht gegenüberzutreten. Wieder einmal bekommt jeder am Schluß, was er verdient. Bernd Kreimeier beschreibt in »Zeit des Jägers« ein typisches Endzeit-Szenario mit einem opportunen Protagonisten. »Mondvogel« von Alisha Bionda ist die Geschichte einer jungen Hexe, die in den Bann des Bösen gerät und gegen ihre eigene wachsende Faszination einen erbitterten Kampf führen muß. Aber kann man gegen IHN gewinnen? Bernhard Hennens Protagonist lernt ein etwas seltsames, bleiches Mädchen kennen, ... und »Am Aschermittwoch« ist alles vorbei; eine moderne Vampir-Erzählung. Frank Rehfeld greift in »Die Bibliothek« Motive des Altmeisters H. P. Lovecraft auf. Einmal mehr ist das berüchtigte "Necronomicon" der Schlüssel zu einer bizarren und tödlichen Welt. Der Autor schafft es, subtiles Grauen im Stil der Gothic Novel zu erzeugen. »Die Nebelbarke« von Harald Braem ist quasi eine andere Bezeichnung für den legendären Flying Dutchman, dessen Erwähnung einst genügte, um Seefahrer in Angst und Schrecken zu versetzen. Bei einer nicht ganz legalen Tour haben einige Fischer ein grausiges Erlebnis. Rebecca Hohlbein (die Tochter) beschreibt in »Collin« die morbiden Aktivitäten kleiner Kinder, wie man sie aus einschlägigen Horrorfilmen kennt.

Eigentlich ist die Bezeichnung Fantasy Selecion nicht zutreffend, da die Geschichten mehr zum Horror-Genre tendieren. Allerdings ist nach amerikanischen Maßstäben Horror gleich Fantasy.

Heyne hat den Band in der Allgemeinen Reihe veröffentlicht, sicher deshalb, weil sie sich einer größeren Leserschaft erfreut, während die Phantastik immer noch von vielen als krudes Zeug für Spinner abgetan wird. Der Name Hohlbein und die Mainstream-Stories werden zweifellos den Bedürfnissen der breiten Masse gerecht, während der Fantasy-Freund eher enttäuscht sein dürfte, da er nichts wirklich Neues und Überraschendes vorfindet.

• Irene Salzmann • ALIEN CONTACT

Originalausgabe
Wolfgang Hohlbein (Hrsg.), Wolfgang Hohlbeins Fantasy Selection 1999
(Stuttgart: Weitbrecht, 1998) 3-522-71805-4
Paperback, 270 Seiten
lieferbare Ausgabe
Wolfgang Hohlbein (Hrsg.), Wolfgang Hohlbeins Fantasy Selection 1999
(München: Heyne, 2001) [01/13139] 3-453-17167-5 Bestellen
Titelbild von Attila Boros, 271 Seiten
Leser-Service:
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