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| »Sie werden in IKARUS die besten Storys finden, die je
geschrieben wurden«, prahlt Herausgeber Wolfgang Jeschke in seiner
Vorbemerkung, und wohlweislich läßt er die Einschränkung »innerhalb der Science
Fiction« weg. Science Fiction soll
als Literatur ernst genommen werden, nicht als eine untergeordnete Spielart der
Unterhaltungsbranche. Ein überhöhter Anspruch? Wir werden sehen ... Ikarus 2001 beginnt mit »Der Darfsteller« von Walter M. Miller, der mit Lobgesang auf Leibowitz SF-Geschichte schrieb. Diese erstmals 1955 erschienene Novelle schildert das Schicksal eines alternden Schauspielers, der sich als Putzkraft in einem Theater verdingen muß, weil ferngesteuerte Puppen ihn und seinesgleichen überflüssig gemacht haben. Sogar sein Versuch, sich an den Mitläufern der neuen Technologie zu rächen, scheitert kläglich, und er muß lernen, mit der Gegenwart Frieden zu schließen, bevor er eine Zukunft haben kann. In »Abschied von Lya«, 1973 von George R. R. Martin verfaßt, wird ein telepathisch begabtes Liebespaar auf einen erst vor wenigen Jahren kolonialisierten Planeten gerufen. Der Administrator befürchtet, daß eine Religion der Ureinwohner, die eine Form des Selbstmords als Höhepunkt ansieht, auf die Kolonisten übergreifen könnte. Schließlich gelingt es der Telepathin, dem seltsamen Reiz der fremden Religion nachzuspüren, doch das bleibt für sie und ihren Geliebten nicht ohne Folgen. Unter dem Titel »R & R« ist 1986 das - in sich abgeschlossene - erste Kapitel des Romans Leben im Krieg von Lucius Shepard vorabgedruckt worden. Mingolla, der im Dschungel von Guatemala gegen schattenhafte Feinde kämpft, macht mit zwei anderen Soldaten Rast- und Ruheurlaub in einem kleinen Dorf, das auf den ersten Blick außer Nutten und Alkohol nichts zu bieten hat. Als er auf eine Bande Dschungelkinder trifft, hat er ein fast mystisches Erlebnis und wird sich der ganzen Entsetzlichkeit seines Lebens bewußt. Das sind nur drei Beispiele für das Potential, das in der Science Fiction steckt, wenn sich originelle Ideen mit literarischem Genie vereinen. Und sie sind durchaus repräsentativ für den ganzen Sammelband: fast 800 Seiten meist längere Erzählungen - nach dem Heyne Science Fiction Jahresband 2000 und Fernes Licht bereits der dritte umfangreiche Schmöker mit den besten Erzählungen des Genres. Auch wenn die Übersetzungen nicht immer ganz adäquat sind: »die besten Stories, die je geschrieben wurden« - ohne jede Übertreibung! Felix Darwin ALIEN CONTACT 41 |
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| Inhalt | ||||
| Autor | Titel | Originaltitel | deutsch von | Jahr |
| Walter M. Miller jr. | Der Darfsteller | The Darfsteller | Walter Brumm | 1955 |
| David J. Masson | Ablösung | Traveller's Rest | Walter Brumm | 1965 |
| Roger Zelazny | Der Former | He Who Shapes | Hans Maeter | 1965 |
| Alfred Bester | Die Mörder Mohammeds | The Men Who Murdered Mohammed | Alfred Joseph | 1967 |
| J.G. Ballard | Der Garten der Zeit | The Garden of Time | Wolfgang Eisermann | 1967 |
| George R. R. Martin | Abschied von Lya | A Song for Lya | Yoma Cap | 1974 |
| Ursula K. Le Guin | Das Tagebuch der Rose | The Diary of the Rose | Sylvia Pukallus | 1976 |
| John Varley | Die Trägheit des Auges | The Persistence of Vision | Rose Aichele | 1977 |
| James Triptee jr. | Geteiltes Leid | Time-Sharing Angel | Ronald M. Hahn | 1977 |
| Dean R. Lambe | Tefé Lauswurz | Damn Shame | Marcel Bieger | 1977 |
| Michael Swanwick | Der blinde Minotaurus | The Blind Minotaurus | Norbert Stöbe | 1984 |
| David Brin | Thor trifft Captain America | Thor meets Captain America | Birgit Reß-Bohusch | 1986 |
| Kim Stanley Robinson | Der blinde Geometer | The Blind Geometer | Peter Pape | 1987 |
| Bruce Sterling & Lewis Shiner | Mozart mit Spiegelbrille | Mozart in Mirrorshades | Roland Fleissner | 1985 |
| Karen Joy Fowler | Der Preis des Gesichts | Face Value | Peter Robert | 1986 |
| Lucius Shepard | R & R | R & R | Irmtraud Kremp | 1986 |
| Walter John Williams | Dinosaurier | Dinosaurs | Andreas Brandhorst | 1987 |