| Ikarus ist die Nachfolgereihe zum Heyne Science Fiction
Jahresband, und dies ist bereits die zweite Ausgabe. Allerdings hat der Herausgeber
nicht nur den Titel, sondern auch das Konzept geändert, denn während die Jahresbände
im wesentlichen neues Material enthielten, präsentieren die Ikarus-Bände
Nachdrucke bereits bei Heyne erschienener Texte, sicher, um Übersetzungskosten zu sparen.
Doch Wolfgang Jeschke macht aus der ökonomischen Not eine literarische Tugend, denn nicht
umsonst trägt das Buch das Versprechen »Best of Science Fiction« im Titel. Der
Herausgeber kann aus dem Vollen schöpfen, zumal beim Heyne-Verlag bereits unzählige
Storys als Übersetzung vorliegen. Während die Ausgabe 2001 die berühmtesten Geschichten
hervorragender Autoren versammelte, die in einer wohlsortierten Science-Fiction-Sammlung vielleicht
schon vorhanden sind, präsentiert die Ausgabe 2002 ebenso gute, aber weniger bekannte
Geschichten. Und dabei arbeitet sich der Herausgeber beginnend mit 1941 und »Die Wippe«
von A. E. van Vogt
bis in die neunziger Jahre vor. Das Inhaltsverzeichnis liest sich wie ein Who Is Who der
Science Fiction: Walter M. Miller jr., J. G. Ballard, Poul Anderson, Gene Wolfe, James
Tiptree jr., Alan Dean Foster, Kim Stanley Robinson,
Bruce Sterling, James Patrick Kelly, Octavia Butler, Robert
Silverberg, David Brin, Connie Willis, Charles Sheffield, Kate
Wilhelm und Nancy Kress. Selbst wenn man diese Geschichten vor Jahren schon einmal gelesen
hat, lohnt sich ein zweites Lesen allemal. Besonders empfohlen seien »Cruzifixus Etiam«
vom Walter M. Miller und »Der fünfte Kopf des Zerberus« von Gene Wolfe. Aber jeder
Leser wird wohl seine eigene Lieblingsgeschichte entdecken. Wer sich diesen Band nicht
zulegt, ist selbst schuld.
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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