ALIEN CONTACT

Wolfgang Jeschke (Hrsg.)

Das Science Fiction Jahr 1999

Originalausgabe • 1999

Science Fiction > Alien Contact
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Das Science Fiction Jahr 1999 ist ein wichtiges Handbuch für alle, die sich über die bloße Lektüre hinaus mit der Science Fiction beschäftigen. Die deutsche, US-amerikanische und britische SF-Szene werden von Hermann Urbanek ausführlich analysiert, Fach-Sparten stellen wichtige Entwicklungen und Neuheiten bei SF-Hörspiel, -Film und -Computerspiel vor. Usch Kiausch interviewt Doris Lessing, Sharon Shinn und Peter Straub, Frank Borsch sprach mit James Patrick Kelly und Norman Spinrad. Besonders das sehr ausführliche Interview mit Spinrad ist gerade für ostdeutsche Leser sehr aufschlußreich. Geht er doch auf die Hintergründe der Entstehung seines Romans Bilder um 11 ein, die ja viel mit den Umbrüchen der Wendezeit von der DDR zu den Neuen Bundesländern zu tun haben. Nicht zufällig ist sein fiktiver Ökoterrorist Horst Klingermann ein von der politischen Entwicklung enttäuschter ehemaliger Bürgerbewegter.

Manches im Das Science Fiction Jahr 1999 hat seine Längen. Die Computerspiele-Sparte von Gerd Frey erstaunt mit einer Fülle und Vielfalt neuer Games, ohne dies jedoch über Gebühr auszuwalzen und durch überflüssige Füller zu ermüden. Hingegen hätte man Peter M. Gaschlers »Filmszene« gut auf die Hälfte eindampfen können. Zu den Filmklassikern gibt es nicht wenig Fachliteratur, daher sollten im »SF-Jahr« die aktuellen Kino- und TV-Produktionen Vorrang haben. Gleiches gilt für die Auflistung der SF-Literaturpreise. Der Leser wird von einer Fülle teilweise exotischer, nur für Insider relevanter angloamerikanischer Awards förmlich erschlagen. Die renommierten internationalen Awards und drei deutschen SF-Preise drohen darin unterzugehen.

Schon der opulente Preis beschränkt die Zielgruppe des Jahrbuches im wesentlichen auf die im Fandom aktiven SF-Fans und die Sammler. Aber nicht nur für diese ist es ein Füllhorn an Informationen. Die Berichte über den 56. World-Con in Baltimore und den »2. Tag der Phantasie« in Berlin-Treptow könnten durchaus neue Leute für das Science-Fiction-Fandom interessieren und aus reinen Konsumenten des Genres eine neue Fan-Generation gewinnen.

Es ist zu hoffen, daß das »SF-Jahr« trotz der Unbilden, die Wolfgang Jeschke in seinem Vorwort am Horizont aufziehen sieht, noch lange weiter erhalten bleibt.

Siegfried BreuerALIEN CONTACT

Wolfgang Jeschke (Hrsg.)
Das Science Fiction Jahr 1999 (München: Heyne, 1999) [H06/5965]
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