ALIEN CONTACT

James B. Johnson

Habu

Habu • 1989

Science Fiction > Alien Contact
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Dieser Roman spielt in einer fernen Zukunft, in der die Menschheit Teile der Milchstraße besiedelt hat. Das Institut für Lebensverlängerung (kurz: ILV) verfügt über das Monopol für eine lebensverlängernde Behandlungsmethode. Die Bedingungen für ihre Anwendung, die etwa alle 100 Jahre wiederholt werden muß, bestehen darin, daß der Patient dem Institut sein gesamtes Vermögen überschreibt und anschließend am Pionierprogramm für die Neubesiedlung von Planeten teilnimmt. Nach angemessener Zeit bekommt er sein ehemaliges Vermögen in Form von Firmenaktien ausbezahlt und darf wieder in die Zivilisation zurückkehren. Für Reubin Flood ist bald wieder eine Behandlung fällig. Zuvor lernt er jedoch eine Frau kennen, die wie er selbst noch aus der Zeit der alten Erde stammt. Beide heiraten spontan und entschließen sich, gemeinsam das geschilderte Prozedere durchzumachen. Als Reubin Flood aber, nachdem er noch einige letzte Besorgungen erledigt hat, auf dem Planeten seiner Frau ankommt, um diese abzuholen, muß er feststellen, daß sie inzwischen ermordet wurde. Der Grund: Sie verfügte offenbar über grundlegendes Wissen zum lebensverlängernden Verfahren, das dazu geeignet gewesen wäre, das Monopol des ILV zu sprengen. Die Mörder sitzen in der Regierung des Planeten. Unter bestimmten Umständen verfällt Reubin Flood in einen berserkerhaften Wahnsinn, wobei sein Alter Ego »Habu«, eine Art mordlustiges Schlangenwesen, sein Bewußtsein übernimmt. Jetzt ist es mal wieder soweit, und zusammen mit der Tochter der Verstorbenen nimmt Reubin Flood den Kampf gegen einen ganzen Planeten auf.

Nach etwa achtzig äußerst interessanten Seiten muß irgend jemand dem Autor gesteckt haben, daß mit Kampf, Action und spritzendem Blut mehr Geld zu machen ist als mit intelligenter Science Fiction. Von da an geht es mit der Originalität des Buches leider rapide bergab. Wie Vater und Stieftochter einen ganzen Planeten in Guerillamanier - einschließlich Computerhacken und Ökoterror - malträtieren, ist zwar nicht ganz ohne Spannung, aber völlig unrealistisch und bleibt weit hinter dem vielversprechenden Anfang zurück. Zwar erfährt man in den Kampfpausen immer mehr über die Hintergründe, aber auch hier gingen dem Verfasser offensichtlich die Ideen aus. Was als interessanter Zukunftsroman beginnt, verwandelt sich abrupt in ein Gemetzel nach Rambo-Art. Wer so etwas mag, dem wird der Roman gefallen, wer nicht, dem eben nicht. Schade um das verschenkte Potential, das in der Ausgangsidee steckte.

• Peter Samol • ALIEN CONTACT 36

James B. Johnson
Habu (1989)
Habu, übersetzt von Norbert Stöbe (München: Heyne, 1999) [H06/6309]
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