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| Um es gleich vorwegzunehmen:
Kings Atlantis ist kein Horror. Vielmehr handelt es sich um den Roman der
Generation, die Ende der vierziger Jahre geboren wurde. Das Buch besteht aus fünf Teilen,
in denen sich immer wieder die Wege einiger Menschen aus der Kleinstadt Harwich kreuzen.
Als seine Freundin Carol von großen Jungs fast zu Tode geprügelt wird, ist für den
elfjährigen Bobby Garfield die Kindheit zu Ende. Durch einen seltsamen neuen Nachbarn,
der von »niederen Männern« in gelben Mänteln verfolgt wird, erfährt Bobby Wahrheiten,
für die er eigentlich noch zu jung ist. Jahre später werden einige Jugendliche auf der
High-School von einem Kommilitonen aus ihrem täglichen Trott gerissen, als er ihnen die
Augen über den Vietnamkrieg öffnet. Auch in den Teilen, die in den achtziger und
neunziger Jahren spielen, nehmen der Vietnamkrieg und die Erinnerung daran eine zentrale
Position ein. Trotzdem konnte es sich King nicht verkneifen, ein Zugeständnis an seine Fans in den Roman einzubauen. Die »niederen Männer in den gelben Mänteln« gehören nicht in unsere Welt. Sie wollen Bobby Garfields Nachbarn fangen, da sie dessen übernatürliche Fähigkeiten brauchen, um den Schwarzen Turm zu zerstören. Allerdings ist dieser Handlungsstrang eher unwichtig für das Buch. Atlantis ist bei King nicht ein imaginärer Kontinent, sondern ein Gleichnis für den Verlust der unbeschwerten Kindheit und den Untergang des scheinbar so friedlichen Amerika der fünfziger Jahre. Es ist ein Buch der großen Gefühle und zeigt, daß King sich im Laufe der letzten Jahre zu einem der besten amerikanischen Erzähler entwickelt hat. |
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