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Alien Contact Buch-Tips |
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| Nach Romanen wie Atlantis und Das Mädchen, die vielen Lesern zu unspektakulär
waren, ist nun wieder ein »richtiger« King erschienen, worin der Autor an altbekannte
Schausplätze wie die Stadt Derry (bekannt aus Es) zurückkehrt. Und es ist sein
erstes Buch, in dem tatsächlich Außerirdische auftauchen. Henry, Jonesy, Biber und Pete sind alte Freunde und kennen sich seit ihrer Schulzeit. Einmal im Jahr unternehmen sie einen Jagdausflug, bei dem sie sich, entfernt von der Zivilisation, wieder wie Kinder benehmen können. Doch in diesem Jahr geht einiges schief. Zuerst taucht ein Fremder auf, der unter Schmerzen leidet und, wie sich herausstellt, von einem ständig wachsenden Parasiten aufgefressen wird. Lichter tauchen am Himmel auf, Menschen werden von einer Art außerirdischem Schimmelpilz überwuchert, und die Militärs, die das Waldgebiet unter Quarantäne stellen, sind keinesfalls eine Hilfe. Duddits, der Freund der vier Jäger, lebt in einer Meilen entfernten Stadt. Er ist durch das Down-Syndrom behindert, und die vier Freunde haben ihn schon seit Jahren nicht mehr besucht. Dennoch kann nur er ihnen helfen ... Die Sprache, die King verwendet, ist an vielen Stellen außergewöhnlich vulgär, wirkt dadurch jedoch sehr eindringlich und intensiv. Die Beurteilung dieses Buches ist eine Frage des Blickwinkels auf die Handlung. Betrachtet man Duddits anhand der Thematik als Science-Fiction-Roman, dann ist es ein wirklich schlechtes Buch, denn King verarbeitet Klischees und Ideen, die in der SF-Literatur seit Jahrzehnten überholt sind, und der Science-Fiction-Teil des Romans ist weniger glaubhaft als eine mißlungene Akte-X-Folge. Wenn man das Buch als Horror-Roman betrachtet, ist es deutlich besser, denn King spielt auf seine unvergleichliche Art und Weise mit den Ängsten der Protagonisten und Leser. Im Gegensatz zu seinen letzten Büchern geht dieser Roman buchstäblich an die Eingeweide. Wirklich gut jedoch ist Duddits, wenn man es als ganz persönliches Buch des Autors und als Verarbeitung seiner eigenen Erlebnisse nach seinem beinahe tödlichen Autounfall betrachtet. King schrieb den Roman noch mit starken körperlichen Beschwerden, wie er im Nachwort berichtet, und im Gegensatz zu allen anderen Büchern sogar per Hand mit einem Füllfederhalter. Wohl niemals zuvor schrieb er eindringlicher über körperliche Leiden, Krankheit und gewaltsamen Tod, auch wenn dieses Buch bei weitem nicht die literarischen Qualitäten seiner letzten, allerdings auch weniger spannenden Bücher erreicht. Martin Höllmann ALIEN CONTACT 41 |
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