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Nach dem Wechsel von Heyne zu
Schneekluth präsentiert sich dem Leser ein gänzlich anderer Stephen King. Zwar erkennt
man die Erzählweise des Autors durchaus wieder, dennoch ist Das Mädchen anders
als die früheren Bücher, ja geradezu ein Kabinettstück. Statt Dutzende von Figuren
einzuführen, wie man es aus The Stand oder Es oder auch späteren
Werken kennt, dreht sich in diesem Buch alles nur um eine Person. Die ersten beiden Sätze
des Romans lauten: »Die Welt hatte Zähne, und sie konnte damit zubeißen, wann immer sie
wollte. Das entdeckte Trisha McFarland, als sie neun Jahre alt war.« Bei einem Ausflug mit ihrer Mutter und ihren Bruder verirrt sich Trisha im Wald, obwohl sie eigentlich nur austreten wollte. Tagelang irrt sie durch den Wald, und als Stadtkind weiß sie natürlich nicht, wie man dort überlebt. Ihre einzige Verbindung zur zivilisierten Welt ist das Radio in ihrem Walkman. Ihr einziger Begleiter ist Tom Gordon, der Baseball-Star, den sie so verehrt; doch er begleitet sie natürlich nur in ihrer Phantasie. King schafft sein ganz eigenes Blair Witch Project, ist mindestens so eindringlich wie der hochgelobte Film und doch ganz anders. Der Roman ist einfühlsam, teilweise auch sehr spannend und frei von übertriebenen Horroreffekten. In amerikanischen Rezensionen wurde die Glaubwürdigkeit gelobt, mit der King das Kind schildert, leider hat der Übersetzer nicht das rechte Einfühlungsvermögen - an manchen Stellen wirkt sein Vokabular deplaziert. Schneekluth vertreibt dieses Buch als Marketing-Gag in zwei Versionen: mit einem schwarzen und einem weißen Schutzumschlag. Der Inhalt ist jedoch identisch. |
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