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| Diesmal legt King keinen neuen Roman vor, sondern ein Drehbuch für einen
Horrorfilm. Im Vorwort erläutert er, wie manche seiner Ideen entstanden sind und wie er
jeweils entscheidet, ob die Idee zu einer Story oder einem Roman taugt. Der Sturm des
Jahrhunderts war für King von Anfang an ein Film, und so verkaufte er die Idee an
ein großes Network, das eine dreiteilige Mini-Serie zu produzieren bereit war. Man benötigt einige Seiten, bis man als Leser mit der ungewöhnlichen Syntax eines Drehbuches zurechtkommt, doch dann entsteht tatsächlich eine Art Film im Kopf. Auf einer Insel vor der Küste des amerikanischen Bundesstaates Maine zeigen sich die ersten Anzeichen eines riesigen Sturms. Die Bewohner bereiten sich darauf vor, doch plötzlich geschieht ein Mord. Der Täter ist ein Fremder namens Linoge. Der Leser ahnt schnell, daß Linoge übernatürliche Fähigkeiten haben muß, doch die Polizisten, die ihn gefangennehmen, wollen dies zunächst nicht wahrhaben; erst spät wird den Einwohnern der Insel klar, daß der Teufel persönlich zu ihnen gekommen ist. Er verkündet immer wieder: »Gebt mir was ich will, und ich verschwinde.« Wie bei King üblich steigert sich dieses Szenario zu einem geradezu unglaublichen Höhepunkt. Was Linoge eigentlich will, sei an dieser Stelle nicht verrraten, denn das würde die Spannung nehmen. Leider mußte sich der Autor an die strengen Vorgaben des amerikanischen Fernsehens halten: kein Sex, keine Gewalt (zumindest kein Blut), und bloß keine schmutzigen Wörter! Auch wurde er in seinen Ideen natürlich durch den Budgetrahmen einer Fernsehproduktion eingeschränkt. Man kann erahnen, wie dieser Stoff auf den Leser gewirkt hätte, wenn King so hätte schreiben können, wie er wollte. So ist ein sehr braver, zurückhaltender Stoff herausgekommen. King war schon bedeutend besser. Martin Höllmann ALIEN CONTACT 35 |
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