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H. D. Klein

Phainomenon

Originalausgabe • 2003

Science Fiction > Alien Contact
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Hans Dieter Klein trat im Jahr 2000 mit einem dicken Science-Fiction-Wälzer schlagartig ins Licht der Öffentlichkeit: Googol erntete gleichermaßen Kritik und Lob und war für alle wichtigen SF-Preise nominiert. Der gelernte Fotograf und Luft- und Raumfahrttechniker erwarb damit eine Eintrittskarte in die Reihe der erfolgreichen deutschen SF-Autoren und arbeitete parallel zu Googol bereits an einem zweiten Roman, der den Arbeitstitel UFO trug. Dieses Buch ist jetzt unter dem Titel Phainomenon erschienen - Phainomenon, ein Wortspiel, das eher Nebel über die Handlung legt, als aufklärt. Denn im Altgriechischen bedeutet es soviel wie »das Erscheinende« bzw. »das, was sich zeigt«. Einen ähnlich kryptischen Namen wählte nur Rainer Fuhrmann für seinen 1996 posthum veröffentlichten Roman Kairos.

Der Techniker H. D. Klein dominiert die erste Hälfte von Phainomenon, in der es darum geht, dass eine Raumfähre der NASA zur Aufklärung einer UFO-Erscheinung eingesetzt wird. Die Besatzung unter dem Commander Jim DeHaney nimmt Kontakt mit dem fremden Schiff auf und wird auf unerklärliche Weise von diesem in eine zehntausend Jahre zurückliegende Zeit versetzt. Ab diesem Zeitpunkt überschreitet der Autor die Grenze der Science Fiction zur Fantasy, denn die Handlung nimmt zunehmend unwirkliche Züge an. Nach der Bruchlandung des Shuttles INTREPID werden die Raumfahrer auf die Baustelle der Pyramiden von Giseh (!) verschleppt. Ein außerirdisches Wesen namens Belvedere (das einem bekannten Pharao sehr ähnlich ist) lässt dort eine Zeitmaschine errichten, die es weit in die Zukunft befördern soll, denn auf der Erde wird es ungemütlich. Die Eiszeit lässt ganze Kontinente unter der Last ihrer Gletscher ersticken. Beim großen Showdown entscheiden sich die Schicksale der Protagonisten: des aus dem Jahr 1924 entführten Uhrmachers Steinvogel, des Commanders und der Crew der INTREPID sowie von Belvedere selbst. Manche Ideen sind sehr originell, andere scheinen eher von biblischen und altägyptischen Legenden inspiriert. So vermag das Ende nicht mehr zu überraschen und beschließt doch - wenn man sich auf die Serpentinen des Plots einlässt - eine solide konstruierte Geschichte.

Anders als viele Autoren vermeidet es H. D. Klein, den Leser mit allzu vielen englischen Namen zu verwirren. Das Buch wendet sich eindeutig an deutsche Leser, die auch ihren Hans Dominik oder Karl May gelesen haben. Protagonisten wie Thomas Schweighard oder Jonathan Steinvogel wirken wie in Fraktur geschrieben. Das verleiht dem Roman eine Patina, die sich stetig verstärkt und zum Ende hin alles überlagert. Mit Phainomenon kehrt Klein zu den Wurzeln der deutschen Science Fiction zurück.

• Fred Siebert

Originalausgabe
H. D. Klein, Phainomenon
(München: Heyne, 2003) [06/6444] Bestellen
Umschlagbild von Chris Moore, 558 Seiten
Siehe auch
Homepage von Phainomenon
Homepage von H. D. Klein
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