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Alien Contact Buch-Tips |
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| Das kleine Büchlein umfaßt zehn Science-Fiction-Stories, verfaßt von
zwei Autoren, von denen man bis dato anderes gewöhnt war. Christian von Aster dürfte
eher durch seine schwarz-humorigen, phantastisch-märchenhaften und gruseligen
Erzählungen und Balladen bekannt sein, mit denen er mittlerweile vor richtig großem
Publikum als Interpret auftritt. Boris Koch schreibt vornehmlich phantastisch-skurrile,
groteske, aber auch experimentelle Stories mit Horror-Einschlag und machte sich einen
guten Namen als Herausgeber der Heft- und Buchreihe »Medusenblut«. Die beiden Autoren
brachten diesen Band in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Freundeskreis Science Fiction
heraus. Die Sammlung enthält gute bis meisterliche Geschichten, die allesamt kurzweilig, spannend und voller menschlichem Konfliktpotential sind. Der Stil beider Autoren ist nicht zu verwechseln, jeder hat seine eigene Handschrift. So steht bei Christian von Aster der Plot, die SF-Idee, der sense of wonder im Mittelpunkt, zum Teil durch kriminalistische Elemente bereichert. Oft wirken seine Stories wie ein Prolog, aus dem andere Autoren vielleicht dicke Romane gemacht hätten. Boris Koch zeigt dagegen die Auswirkungen zukünftiger und phantastischer Ereignisse und Errungenschaften auf den einzelnen Menschen. Zehnmal wird der Leser in zukünftige Gefilde entführt. So zeigt von Aster, wie gefährlich ein einzelliges Lebewesen sein kann, das jede andere Lebensform perfekt imitieren kann. Diese Story -- »Phönix« -- könnte auch als Exposè für eine Akte-X-Folge herhalten. Die Parodie darauf hat er ebenfalls gleich parat: In »Das letzte Geheimnis der MIR« lernt der Leser eine Gruppe kennen, die ziemlich stark an die lonley gunmen erinnert. Doch sie erlebt bei ihren Recherchen nach dem titelgebenden vermeintlichen Geheimnis einen mächtigen Reinfall. Diese Story ist die einzige mit dem typisch Asterschen schwarzen Humor. In seinen anderen Geschichten geht es um eine riesige uralte Raumflotte, die von der Menschheit entdeckt wird und das Weltbild derselben auf den Kopf stellt, um die Menschlichkeit von künstlichen Menschen, um die vermeintlichen Segnungen einer Firma, die ein Heilmittel gegen die Blindheit erfindet, die durch erhöhte UV-Strahlung verursacht wurde. In den Stories von Boris Koch lernen wir einen ziemlich komischen first contact
kennen, der aber von entscheidungsbefugter Seite nicht als komisch eingeschätzt wird und
zu bösen Folgen für denjenigen führt, der auf diesen Trichter kam (mehr darf hier nicht
verraten werden!). Dann wird der Leser in eine arme Seele versetzt, die nun zwangsweise
den Mars terraformen muß, weil es die Erde gar nicht mehr gibt [ Der Hammer ist die Story »16. September«, die allein dadurch schockiert, daß sie schneller von der Wirklichkeit eingeholt wurde, als es dem Autor lieb sein kann. Noch prophetischer wäre nur der Titel »11. September« gewesen ... Eine Nachfrage beim Autor ergab, daß das Buch bereits im August 2001 in den Druck ging. Erstaunlich und erschreckend ist die absolut treffende Einschätzung der politischen Situation, bevor sie eintrat. Insgesamt eine wahrlich lesenswerte Sammlung in einem schönen Layout. Getrübt wird der positive Gesamteindruck lediglich durch viele Fehler beim Satzbau, in der Interpunktion, aber auch störende Wortdopplungen oder fehlende Wörter. Thomas Hofmann ALIEN CONTACT |
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