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Alien Contact Buch-Tips |
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| Es gibt Autoren, die bestimmte Strömungen in der phantastischen Literatur
begründet oder geprägt haben. Dazu gehören auch Edgar Allan Poe und H. P. Lovecraft.
Ihre Namen werden gerne in Untertiteln oder in Klappentexten benutzt, um das Kaufinteresse
eines potentiellen Lesers zu wecken. Ob die Erwartungen dann erfüllt werden, steht auf
einem anderen Blatt. Markus K. Korb ist in der phantastischen Szene kein Unbekannter mehr. Nach der Veröffentlichungen einiger Kurzgeschichten in Kleinverlagen betreut er nun die Reihe Edgar Allan Poe's phantastische Bibliothek bei Blitz. Zum Auftakt der Reihe ist der Sammelband Grausame Städte von Markus K. Korb selbst erschienen. In zwei Blöcken mit je vier Geschichten streift der Autor durch die Städte Berlin und Venedig, um ihre dunkelsten Geheimnisse zu enthüllen und in die Abgründe der menschlichen Psyche einzutauchen. Die Erzählungen spielen zwischen der Mitte des 19. und dem Ende des 20. Jahrhunderts. In ihnen erwachen nicht nur Spukgestalten in einem alten Palazzo zu verfluchtem Leben und treiben einen Einbrecher in den Tod und ein Schlafgänger erweist sich als Räuber von Lebenskraft und Hoffnung; da fallen nicht nur Masken, die manche unbewusst getragen haben - der Leser hat auch Teil an der Gedankenwelt von wahnsinnigen Mördern, die das Objekt ihrer Begierde und Leidenschaft auf grausame Weise töten, um es entweder für die Ewigkeit zu konservieren, oder als Teil eines Gesamtkunstwerks gänzlich zu vernichten. Ein ausführliches Nachwort von Eddi Angerhuber mit Anmerkungen zum Autor und den Geschichten rundet das Buch ab. Morbide Geschichten mit einem depressiven Unterton, gespickt mit einem ordentlichen Schuss Grausamkeit und blutigen Taten, sind in Deutschland schon längere Zeit sehr beliebt. Es scheint vielen Lesern Nervenkitzel zu bereiten, sich in den Abgründen einer perversen menschlichen Psyche zu suhlen. Sich dabei in den ausgetretenen Pfaden bekannter und berühmter Autoren zu bewegen, ist um so sicherer, je bekannter und beliebter diese sind. Poe und Lovecraft bürgen eben für Qualität. Markus K. Korb macht da keine Ausnahme. Sein Stil ist eine Hommage an die beiden vorgenannten Autoren und andere Phantasten des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts: Atmosphäre wird etwa durch viele Adjektive erzeugt, die auf viele heutige Leser schwülstig wirken mögen, und die Umsetzung der Geschichten bewegt sich im altvertrauten Rahmen - alles wird zu seinem düsteren Ende geführt. Bei der Beschreibung der Städte schneidet Venedig durch prägnante Sehenswürdigkeiten und den einzigartigen »Carnevale« deutlich besser ab; die Geschichten aus Berlin könnten überall und nirgends spielen. Letztendlich bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück: Markus K. Korbs Hommage an seine Vorbilder dürfte manchen Freunden der morbid-düsteren Phantastik gefallen, da er angenehm und flüssig schreibt. Verwöhnte und erfahrene Leser dürften allerdings darüber enttäuscht sein, dass der Autor den vertrauten Themen keine neuen Facetten abgewinnen kann, und lieber zu den Originalen greifen. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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