| Vor einigen Jahren schrieb Lawrence M. Krauss das Sachbuch Die Physik von
Star Trek, in dem er sich mit den wissenschaftlich-technischen Erfindungen der
Fernsehserie auseinandersetzte. Dieser neue Band trägt den Untertitel »Die Physik hinter
den Ideen der Science Fiction« und hat mit Star Trek trotz des
werbewirksamen Titels herzlich wenig zu tun. Krauss ist zweifellos ein
hervorragender Wissenschaftler und obendrein ein talentierter Sachbuchautor, allerdings
hapert es mit dem Konzept dieses Buches. Der Autor biedert sich, um der lieben Zielgruppe
willen, an die Populärkultur an, wobei die Science Fiction als solche für Krauss
anscheinend nur aus Akte X,
Independence Day,
ein bißchen Star Trek und einer Handvoll Fernsehserien zu bestehen scheint. So
zerpflückt er im ersten Kapitel die physikalischen Widersprüche in Independence Day und
untersucht, warum die Riesenraumschiffe nicht in der gezeigten Form fliegen können. In
den folgenden Kapiteln, in denen Krauss im Schnelldurchlauf diverse Themengebiete der
modernen Physik abhandelt, hat ihn offenbar die Lust verlassen, sich auf Beispiele aus der
Science Fiction zu beziehen. Möglicherweise kennt er sich schlichtweg nicht im Genre aus.
Denn die eigentlich interessanten physikalischen Ideen der Science Fiction sind nun
wirklich nicht in Akte X zu finden, sondern in den Büchern von Autoren wie Gregory Benford, Greg Egan oder Stephen Baxter. Wirklich
Neues hat Krauss leider nicht zu bieten. Dem Buch fehlt ein roter Faden, und die
gewollt-poppigen Überschriften (»Madonnas Universum« zum Beispiel bezieht sich auf den
Song »Material Girl«) machen das Auffinden bestimmter Themengebiete im Buch
ausgesprochen schwierig.
Wer also ein interessantes Sachbuch mit echten Bezügen zur Science Fiction sucht,
sollte von diesem Band lieber die Finger lassen.
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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