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Alexander Kröger

Die Marsfrau

Überarbeitete Neuausgabe • 1980/2003

Science Fiction > Alien Contact
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Der SF-Roman Die Marsfrau erschien bereits 1980 in der Spannend-erzählt-Reihe des Berliner Verlages Neues Leben. Er wird getragen von jenem abstrakten Forscherdrang und Aufbruchsgeist, der die Kröger-Romane der 70er und 80er Jahre des letzten Jahrtausends prägte. Die Überarbeitung greift nicht in die Substanz des Buches ein, sie glättet nur hier und da. Die Menschheit hat viel mit dem Mars vor, doch muss er dafür terraformiert und landwirtschaftlich erschlossen werden. Jene Pioniere, die es mit der Einsamkeit der roten Wüste aufnehmen, sind jedoch nicht immer freiwillig dort. Vielmehr gehört es zu den Bewährungsproben, die junge Wissenschaftler und Techniker bestehen müssen, bevor sie einen besser dotierten, auf jedem Fall aber interessanteren Posten erhalten.

Für Mac O'Man und Alexej Armandowitsch Bolscha sind die zwei Jahre Einsamkeit fast vorbei. Die beiden sind verantwortlich für die Begrünung eines Sektors der Wüste und zählen schon die Tage bis zu ihrer Ablösung. Da sieht O'Man auf den Feldern eine nackte grünhäutige Frau. Das muss eine Halluzination sein! Ist es aber nicht, und seine Begegnungen mit der unbekannten wilden Schönen erwecken zunehmend den Argwohn des nicht eingeweihten Kollegen, der natürlich sogleich amouröse Motive vermutet.

Auf der Erde beginnt zeitgleich ein Experiment zur Züchtung einer neuen Nutzviehart. Schon lange verzichtet man auf konventionelle Viehzucht, stattdessen werden Schweine geklont. Diese »Doubles« lassen sich perfekt verarbeiten, da alle Koteletts gleich groß sind. Nun sollen die Tiere auch noch zur Photosynthese fähig werden! Die Faunella-Alge scheint über die idealen Eigenschaften für diese Einkreuzung zu verfügen, aber ein solches Experiment ist bereits vor Jahren fehlgeschlagen. Das neue Team soll es nun schaffen, koste es was es wolle, und das möglichst bald. Die Chefin macht Druck, aber die Gerüchteküche brodelt, und es kommen immer mehr Einzelheiten über das verschwiegene Desaster heraus.

Alexander Kröger verbindet zwei Handlungsstränge zum lebendigen Bild einer Zukunft, wie sie zur Zeit der Entstehung des Romans noch möglich schien. Dabei klammert er auch persönliche Konflikte seiner Haupthelden nicht aus - sie haben durchaus eine Vergangenheit, die sich auf die Gegenwart der Handlung nicht immer förderlich auswirkt. Einiges ist DDR-typisch: So kann sich ein straffällig gewordener Techniker nur dann in der Gesellschaft rehabilitieren, wenn er sich erneut ›in der Produktion bewährt‹ (sprich die zwei tristen Marsjahre und geringere Bezüge in Kauf nimmt). Das stellt die geschilderte Gesellschaft wieder vom Kopf auf die Füße, denn auch dort sind manche gleicher als gleich, und der Hände Arbeit gilt anscheinend als Strafe, keinesfalls als erstrebenswert. Dieses Funktionärsdenken versetzt jedem noch so idealistischen Utopia den Todesstoß - der Sozialismus siecht!

Siegfried BreuerALIEN CONTACT

Originalausgabe
Alexander Kröger, Die Marsfrau
(Berlin: Neues Leben, 1980)
Überarbeitete Neuausgabe
Alexander Kröger, Die Marsfrau
(Cottbus: Kröger-Vertrieb, 2003) Bestellen
303 Seiten, Paperback
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