| Der SF-Roman Die Marsfrau erschien bereits 1980 in der
Spannend-erzählt-Reihe des Berliner Verlages Neues Leben. Er wird getragen von jenem
abstrakten Forscherdrang und Aufbruchsgeist, der die Kröger-Romane der 70er und 80er
Jahre des letzten Jahrtausends prägte. Die Überarbeitung greift nicht in die Substanz
des Buches ein, sie glättet nur hier und da. Die Menschheit hat viel mit dem Mars vor,
doch muss er dafür terraformiert und landwirtschaftlich erschlossen werden. Jene
Pioniere, die es mit der Einsamkeit der roten Wüste aufnehmen, sind jedoch nicht immer
freiwillig dort. Vielmehr gehört es zu den Bewährungsproben, die junge Wissenschaftler
und Techniker bestehen müssen, bevor sie einen besser dotierten, auf jedem Fall aber
interessanteren Posten erhalten. Für Mac O'Man und Alexej Armandowitsch Bolscha sind
die zwei Jahre Einsamkeit fast vorbei. Die beiden sind verantwortlich für die Begrünung
eines Sektors der Wüste und zählen schon die Tage bis zu ihrer Ablösung. Da sieht O'Man
auf den Feldern eine nackte grünhäutige Frau. Das muss eine Halluzination sein! Ist es
aber nicht, und seine Begegnungen mit der unbekannten wilden Schönen erwecken zunehmend
den Argwohn des nicht eingeweihten Kollegen, der natürlich sogleich amouröse Motive
vermutet.
Auf der Erde beginnt zeitgleich ein Experiment zur Züchtung einer neuen Nutzviehart.
Schon lange verzichtet man auf konventionelle Viehzucht, stattdessen werden Schweine
geklont. Diese »Doubles« lassen sich perfekt verarbeiten, da alle Koteletts gleich groß
sind. Nun sollen die Tiere auch noch zur Photosynthese fähig werden! Die Faunella-Alge
scheint über die idealen Eigenschaften für diese Einkreuzung zu verfügen, aber ein
solches Experiment ist bereits vor Jahren fehlgeschlagen. Das neue Team soll es nun
schaffen, koste es was es wolle, und das möglichst bald. Die Chefin macht Druck, aber die
Gerüchteküche brodelt, und es kommen immer mehr Einzelheiten über das verschwiegene
Desaster heraus.
Alexander Kröger verbindet zwei Handlungsstränge zum lebendigen Bild einer Zukunft,
wie sie zur Zeit der Entstehung des Romans noch möglich schien. Dabei klammert er auch
persönliche Konflikte seiner Haupthelden nicht aus - sie haben durchaus eine
Vergangenheit, die sich auf die Gegenwart der Handlung nicht immer förderlich auswirkt.
Einiges ist DDR-typisch: So kann sich ein straffällig gewordener Techniker nur dann in
der Gesellschaft rehabilitieren, wenn er sich erneut in der Produktion
bewährt (sprich die zwei tristen Marsjahre und geringere Bezüge in Kauf nimmt).
Das stellt die geschilderte Gesellschaft wieder vom Kopf auf die Füße, denn auch dort
sind manche gleicher als gleich, und der Hände Arbeit gilt anscheinend als Strafe,
keinesfalls als erstrebenswert. Dieses Funktionärsdenken versetzt jedem noch so
idealistischen Utopia den Todesstoß - der Sozialismus siecht!
Siegfried Breuer ALIEN CONTACT
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