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| Alexander Krögers Roman Begegnung im Schatten knüpft nicht an
seine bereits etablierten Weltentwürfe an, sondern ist in der Gegenwart bzw. in sehr
naher Zukunft angesiedelt. Dabei kommt seine Erfahrung als Bergbau-Ingenieur wieder voll
zum Tragen, denn die Szenen in einem mitteldeutschen Braunkohlentagebau sind sehr
realistisch und mit Fachwissen untermauert. Ein Baggerfahrer findet im Kohleflöz ein zehn Millionen Jahre altes Shuttle. Es muss dort seit dem Tertiär liegen und ist äußerlich bis auf die Schrammen durch die Baggerschaufel unversehrt. Der nun folgende Krimi um Geheimhaltung, Presseleute und rivalisierende Wissenschaftler wird mit allen Klischees geführt, die das Genre hergibt. Am Schluss bleiben den offiziell beauftragten Forschern das Shuttle und eines der amphibischen Aliens, die in mit Flüssigkeit gefüllten Quadern konserviert waren. Das andere Alien wird hingegen von einem betuchten pensionierten Professor (mit der üblichen blutjungen Tochter und Assistentin) gestohlen. Dieser macht sich daran, als moderner Gen-Frankenstein neue Aliens aus dem Erbgut der Mumie zu klonen. Eine neue Superintelligenz würde seiner Meinung nach der Menschheit zu einem Entwicklungsschub verhelfen, den sie ohne das überlegene Potential der Außerirdischen nicht so bald schaffte. Da er sich nicht sicher ist, was die Mitmenschen von seinen Ambitionen halten werden, fragt er sie erst gar nicht und beabsichtigt, sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Der Titel des Buches, Begegnung im Schatten, lässt verschiedene Assoziationen zu. Der Fakt einer Begegnung zweier sehr unterschiedlicher Intelligenzen ist unbestritten, auch findet er nicht offen statt, sondern im Rahmen eines illegalen, moralisch zweifelhaften Experiments. Werfen die eigennützigen und teilweise verbrecherischen Motive der am Experiment beteiligten Leute einen Schatten auf die ganze (von der Polizei schließlich ohne großes Aufsehen beendete) Aktion? Steht der Schatten für die unauffällige Existenz des überlebenden Alienklons? Auf jeden Fall sollte man demnächst genauer hinhören, wenn mal wieder eine verirrte Robbe durch die Nachrichten geistert. Der Epilog ist dann ein echter Kröger: »Herzlich willkommen im Shuttlemuseum!« - Der Baggerfahrer (später das Faktotum der offiziellen Forschergruppe) präsentiert, gekleidet in die Knappentracht der Freiberger Bergparade, Touristen das Raumschiff, diverse Exponate daraus, und als Hauptattraktion den Außerirdischen in seinem Würfel-Skaphander. Fred Siebert |
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