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Alien Contact Buch-Tips |
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| Von Zeit zu Zeit fühlen sich Science-Fiction-Autoren bemüßigt, die Insel
des Dr. Moreau mit neuen Kreaturen zu bevölkern. Alexander Krögers Beitrag dazu sind
intelligente Hunde und auch ein paar (lediglich anschraffierte) Schimpansen. Der Titel Chimären sagt schon einiges über Handlung und Anliegen des Romans aus. Einerseits ist die Chimäre ein auf dem Wege der Pfropfung oder Mutation entstandener Organismus, anderseits ein Ungeheuer. Im Institut des sich hier Lehmann nennenden Moreau entstehen hundeartige Intelligenzwesen quasi in Serie, denkende und sprechende (!) Werkzeuge, billige Arbeitssklaven der Zukunft. Dr. Lehmann ist und bleibt ein eiskalter Egomane, der kein Gewissen kennt. Alles, was machbar ist, hält er für legitim. Die Biologin Master Shirley Lindsey wird hingegen zwischen Bedenken und wissenschaftlichem Ehrgeiz hin und her gerissen. Durch Transplantation von artfremdem Hirngewebe macht sie ihre Versuchstiere von treudoofen »besten Freunden des Menschen« zu hochintelligenten »Canismuten«. Aber selbst sie ist letztlich nicht bereit, ihnen den Status Gleichgestellter zu gewähren. Schäffi, Lux und die anderen Mutanten sind ihr eher als drollige Hunde ans Herz gewachsen. Auf Dauer muss diese Situation zum Konflikt führen, der letztlich in einem Showdown, keinesfalls aber einem Happy End mündet. Die Kunstwesen sind Gefangene ihrer Hundekörper, sie können sich nicht frei entfalten und empfinden ihre Behandlung durch die Menschen als ständige Demütigung. Das Problem wird schließlich gelöst, jedoch nicht bewältigt, und in irgendeinem Labor wächst vermutlich schon die nächste unglückliche Schöpfung heran. Chimären, der neueste SF-Roman aus der Werkstatt Alexander Krögers, wirkt sprachlich etwas ungeschliffen und ist nicht frei von Stilblüten. Der Versuch, den Frankensteins unserer Tage einen Spiegel vorzuhalten, ist lobenswert, verfängt sich aber leider in einem Gespinst aus Moralismus, parallelen Handlungssträngen und selbstgesetzten Grenzen, die interessante Entwicklungen der Story und der Figuren ins Leere laufen lassen. Dr. Lehmann, Master Lindsey und die Anführer der Canismuten bleiben darum bei allem Bemühen blass und eindimensional, einzig die Assistentin Susan Remp kann von einer grauen Maus zur vielschichtigen Person reifen. Diese letzten Szenen machen die Quintessenz des ganzen Romans aus. Kröger lässt hier wieder etwas von seinem Erzähltalent durchblicken, das ihn zu einem der meistgelesenen SF-Autoren der DDR machte und auch zu einem der wenigen ostdeutschen Autoren, die nach der Wende noch eine nennenswerte Anzahl von Büchern nicht nur schreiben, sondern auch vermarkten konnten. Fred Siebert ALIEN CONTACT |
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