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Alexander Kröger

Der erste Versuch

Originalausgabe • 2001

Science Fiction > Alien Contact
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Die Handlung von Alexander Krögers Roman Das zweite Leben (1998) setzte nach einer globalen Katastrophe ein, der die Menschheit zum größten Teil zum Opfer fiel. Nun reicht der Autor die Geschichte nach, die zu jenen Geschehnissen führte, wobei er erneut aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz als Bergbau-Ingenieur schöpfen kann.

Der erste Versuch ist nicht nur eine Anlehnung an den Titel des ersten (in der Chronologie der Ereignisse eigentlich zweiten) Bandes, sondern auch Krögers lakonische Einschätzung des ersten Kapitels der Menschheit. Die Vorgeschichte der Selbstbefreiung der Dauerschläfer aus einem aufgelassenen Kalibergwerk, hinein in eine Welt, in der nur noch bleiche Skelette von den einst die Erde beherrschenden Menschen zu künden scheinen, beginnt in naher Zukunft -- einer Zeit, die der unseren lediglich in einigen technischen Entwicklungen voraus ist, nicht jedoch in gesellschaftlicher Hinsicht. Im Gegenteil, der Spalt zwischen wenigen Reichen und vielen Unterprivilegierten klafft weiter, der Unmut in der Bevölkerung schafft sich Luft in spontanen Akten des Vandalismus. Die »Vereinigung für das zweite Leben«, eine Art Geheimgesellschaft, ermöglicht ihren Mitgliedern die Flucht in eine hoffentlich bessere Zukunft. Man begibt sich in Dauertiefschlafkammern und wird, nur wenig gealtert, pünktlich nach einer vertraglich vereinbarten Anzahl von Jahren wieder geweckt. Doch die Gesellschaft ist den Herrschenden ein Dorn im Auge, sie wird mit allen Mitteln verfolgt, nur wenige automatische Schlafstationen bleiben unentdeckt. Parallel zur Zweitlebens-Handlung führen leichtsinnige und illegale Großversuche eines Konzerns zu Komplikationen, die letztlich in die globale Katastrophe münden.

Einiges wurde in Das zweite Leben weiland nur angerissen, so auch das rätselhafte Klonlabor im Kalisalz-Stollen, der auch die automatische Station der Dauerschläfer beherbergte. Diese Klon-Problematik kommt im aktuellen Roman nun voll zum Tragen. Milan, bereits Protagonist im ersten Teil, hat einen Klon-Doppelgänger, der aktiviert wird, nachdem der Zweitlebens-Aktivist Milan Nowatschek vor den Repressalien in die Tiefschlafkammer flüchtete und sich damit für einige Jahre selbst aus dem Verkehr zog. Doch dieser Milan 2 erweist sich nicht als ein Dr. Jekyll, sondern als Mr. Hyde, der im Interesse eines anderen Konsortiums das HAARP-Projekt, jenes große Experiment zur Durchröntgung der Erde, sabotieren soll.

Die dritte Handlungschiene findet nicht auf der Erde statt, sondern auf dem Mars. Dort arbeitet Alina, die Lebensgefährtin des ursprünglichen Milan Nowatschek, inzwischen in einer Station. Die Terraformierung des Mars hat seit den Krögerschen Klassikern Die Marsfrau (1980) und Das Kosmodrom im Krater Bond (1981) beachtliche Fortschritte gemacht. Gute Voraussetzungen für den ›zweiten Versuch‹, gleichzeitig auch eine Einflechtung der beiden Romane in die Krögersche Welt, die er mit seinem Debüt Sieben fielen vom Himmel 1969 begründete und der mit wenigen Ausnahmen bisher alle seine Bücher angehören.

Alexander Kröger ist ein pessimistischer Optimist. Andere Autoren hätten aus einer Idee, wie sie dem Zweiten Leben und dem Ersten Versuch zugrunde liegt, vielleicht ein Endzeit-Szenario gemacht. Kröger aber gelingt ein Happy End, das an Enthusiasmus nicht zu übertreffen ist. Vieles wendet sich zum Guten, Alina, Milan und die anderen Überlebenden bekommen ihre zweite Chance. Oder, um es mit den Steinmüllers zu sagen: »Es ist alles nur ein Anfang«.

Siegfried BreuerALIEN CONTACT

Originalausgabe
Alexander Kröger, Der erste Versuch
(Cottbus: Kröger-Vertrieb, 2001) 3-9804867-7-X Bestellen
Titelbild von tefchnosatz Cottbus nach einem Entwurf des Autors, 306 Seiten
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