ALIEN CONTACT
ALIEN CONTACT 46 Inhalt Archiv

Brian Lumley

Dreamland 1

Hero of Dreams • 1986

Science Fiction > Alien Contact
Buch-Tips
Momox-Books.de - Einfach verkaufen.
Die Traumlande sind eine Erfindung des Altmeisters der Weird Fiction, H. P. Lovecrafts. In seinen Storys »Die Katzen von Ulthar«, »Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath«, »Celephais« und anderen entwirft Lovecraft ein eigenes Phantasiereich, ein unheimliches, aber dennoch verheißungsvolles Gefilde jenseits der Vorstellungskraft, das Menschen nur im Traum erreichen können. Natürlich nicht jeder Mensch. In den Traumlanden werden die Traumhelden Lovecrafts unmittelbar mit den Großen und Anderen Göttern konfrontiert, erleben ihr Wirken und ihre Gegenwart in einer antiken Welt, in der noch Magie statt Technik vorherrscht. Lovecraft erzählt gewohnt (mitunter übertrieben) manieriert, artifiziell, fast schon überzogen gekünstelt, wirft nur so mit Adjektiven um sich, erzeugt aber faszinierende, phantastische Bilder, opulent und barockesk. Was dies mit Lumleys Hero Of Dreams zu tun hat? Leider nicht allzu viel.

Lumley hat sich die Traumlande Lovecrafts vorgenommen und Helden hineingesetzt, wie man sie eher aus der High Fantasy oder Sword & Sorcery-Storys kennt. Es braucht eine Weile, ehe beide »Welten« zusammengehen. Die eher alltägliche, schnelle, diesseitige Sprache Lumleys, adäquat seinen nicht sehr moralischen und irdischen Gütern verpflichteten Draufgängern, erscheint ungewohnt in den geheimnisvollen Gefilden der Traumlande, die übrigens in der Übersetzung komischerweise »Dreamland« genannt werden. Aber vielleicht zieht ein englischer Titel mehr Leser an? (Etwas ärgerlich bei der Übersetzung sind zudem einige grammatikalische Fehler.)

Auch anders als bei Lovecraft können sich die Träumer aus der diesseitigen Welt an ihr Dasein in dieser nur sehr unklar erinnern und umgekehrt: In die »richtige« Welt zurückgekehrt, wissen sie nichts mehr vom Dreamland. Das Kapitel, in dem der Held, David Hero und sein Mitstreiter, Eldin, der Wanderer, endgültig aus der Realität ins Traumreich wechseln (per Verkehrsunfall), ist mit das Stärkste des Buches. Diese Schilderungen erinnern an die fulminanten Necroscope-Bücher Lumleys.

Die Queste im Dreamland bietet dagegen zunächst kaum Innovatives. Viele Ideen stammen direkt von Lovecraft, wobei seine Art, Dinge, Begebenheiten, uralte Geheimnisse in antiquierter Sprache anzudeuten, Lumley völlig abgeht. Doch es wird besser, überzeugen kann Lumley mit seinen Termiten-Menschen und ihrer Queen, einer oben herum sehr hübschen Dame, deren Fortpflanzungsorgan aber ein Fleisch gewordener Freudscher Alptraum, eine männerfressende Sexmaschine ist. Nur ein uraltes riesiges Baumwesen kann die Helden (und die Heldin) aus den Klauen der »Ter-mannen« retten. Natürlich haben die Helden eine Aufgabe, die sie etappenweise erfüllen, daran kann kein Zweifel bestehen. Die Abenteuer sind recht einfach gestrickt, geradlinig und zielorientiert erzählt. Spannung will erst im letzten Drittel des Romans aufkommen, aber Zweifel am Gelingen der Mission hegt der Leser zu keinem Zeitpunkt der Lektüre.

Lumley bewies in Necroscope, dass er noch mehr kann, und seine Hommage an Lovecraft wird dem Original nur unvollkommen gerecht, aber neugierig auf weitere Abenteuer des Helden der Träume und seines Begleiters Eldin macht dieser erste Band allemal.

• Thomas Hofmann

Originalausgabe
Brian Lumley, Hero of Dreams
(Buffalo: Ganley, 1986)
Dt. Erstausgabe:
Brian Lumley, Dreamland 1
(Almersbach: Festa, 2002) [Dark Fantasy 1] Bestellen
deutsch von Ralph Sander, Titelbild von www.babbarammdass.de, 223 Seiten
Siehe auch
Brian Lumley: Schiff der Träume. Dreamland 2
Leser-Service
Lieferbare Titel von Brian Lumley
ALIEN CONTACT 46 Inhalt Archiv
Bücher A B C D E F G H I J K L M N O P/Q R S T U V W X/Y/Z
© copyright 1997-2011 by EPILOGmedia • Alle Rechte vorbehalten
eMail: dialog@epilog.de | Impressum | AGB + Widerrufsrecht